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Foto: APA/EPA/ANSA/Giglia

Straßburg - Brutalitäten italienischer Carabinieris und Polizisten hat das Anti-Folter-Komitee des Europarats kritisiert. Nach wie vor würden viele Festgenommene mit Fußtritten, Fausthieben, Stockschlägen oder Ohrfeigen malträtiert, stellte das Komitee in einem am Mittwoch in Straßburg veröffentlichten Bericht fest. In dem Dokument verweisen die Experten auf mehrere Männer, die auf Kommissariaten und Posten der zum Militär gehörenden Carabinieri misshandelt wurden.

Kopfverletzungen, Kieferbrüche,...

Ein Festgenommener wurde von drei Polizeibeamten in Neapel beim Verhör an den Ohren festgehalten und wiederholt geohrfeigt. Er erlitt Verletzungen am Kopf und an beiden Ohren. Ein anderer wurde bei der Festnahme durch Carabinieri im süditalienischen Bari so sehr geschlagen, dass er einen doppelten Kieferbruch erlitt. In der Präfektur von Rom trafen die Experten einen Mann, der eigenen Angaben zufolge von Polizisten mit Knüppeln auf den Rücken geschlagen wurde. In allen Fällen habe eine Untersuchung durch einen Arzt des Komitees die Vorwürfe untermauert, heißt es in dem Bericht.

Regierung will Ausbildung der Polizei in Bezug auf Menschenrechte verbessern

Das Dokument bezieht sich auf eine zwölftägige Inspektionsreise, bei der eine Delegation im Februar 2000 mehrere Polizeikommissariate, Gefängnisse und geschlossene psychiatrische Anstalten untersucht hatte. Der Bericht konnte erst jetzt veröffentlicht werden, nachdem die Regierung in Italien ihre Zustimmung gegeben hatte. In ihrer am gleichen Tag veröffentlichten Stellungnahme verweist die Regierung auf Anstrengungen, die Ausbildung von Polizisten und Carabinieri in Sachen Menschenrechte zu verbessern. In den fraglichen Fällen dauerten die Ermittlungen noch an, heißt es in der Stellungnahme. (APA)