Wien - Die Wiener Ottakringer Brauerei AG wird an ihre Aktionäre auch für 2002 eine Dividende ausschütten. Für 2001 hatte das börsenotierte Brauunternehmen auf alle Vorzugsaktien, Kapitalanteilscheine und Stammaktien eine Dividende von 77 Cent gezahlt. Ein Dividendenbeschluss für das Jahr 2002, in dem es nach Jahren operativer Abgänge erstmals wieder eine "schwarze Null" gab, liegt noch nicht vor. Vorstandschef Siegfried Menz kündigte am Mittwoch jedoch Kontinuität an.

Umsatzminus

Im Inland gab es beim Bierabsatz ein minimales Plus, das zwar noch nicht "euphorisch" stimme, doch stolz. Die Exporte gingen jedoch um 30 Prozent zurück. Zum Großteil durchaus gewollt, wie der Vorstand betont. Man wolle dortige "ertragreiche Umsätze halten". Vor allem aus italienischen Lieferungen an zahlungsschwache Kunden zog man sich 2002 zurück. Während sich Lager- und Märzen-Biere besser verkauften, ging dies zu Lasten von Spezialbieren. Starkbier, Leichtbier und auch alkoholfreies Bier (Null-Komma-Josef) ließen spürbar nach. Mit Fassbier hat man jüngst den Raum West- und Südösterreich in Angriff genommen. Dass der Umsatz 2002 rückläufig war, hing nach Vorstandsangaben aber auch an Umschichtungen innerhalb des Konzerns (Ottakringer/Vöslauer).

Das Vorstandsduo Siegfried Menz und Christiane Wenckheim berichtete am Mittwoch über "deutlich bessere Finanzzahlen". Bei leicht rückläufigen Umsätzen in der Ottakringer Brauerei AG, Wien, von 68,55 (nach 69,88) Mio. Euro drehte der Betriebserfolg in der AG von minus 360.000 Euro auf plus 20.000 Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EGT) stieg in der AG von 550.000 auf 980.000 Euro. Der Cash Flow sank von 6,51 auf 6,11 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote wurde mit rund 60 Prozent beziffert, für Menz eine "gute Ausgangsbasis für künftige Finanzierungen." Die Investitionen wurden im Vorjahr von 12,1 auf 5,7 Mio. Euro mehr als halbiert.

Aktienrückkauf Die Vorbereitungen in der börsenotierten Brau Beteiligungs AG (BBAG) zur Hereinnahme eines großen internationalen Partners - selbst ein Mehrheitsverkauf ist denkbar - dürften auch die Beteiligungsverhältnisse in der Wiener Ottakringer Brauerei in Bewegung bringen. Die Ottakringer- Eigentümerfamilien Wenckheim/Menz streben einen Rückkauf jenes Aktienpakets an, das die BBAG/Brau Union-Gruppe an der gleichfalls börsenotierten Ottakringer AG hält. Es geht um ein Paket von rund 19 Prozent. Menz sagte am Mittwoch, dass daran "durchaus gesteigertes Interesse" besteht. "Wenn uns die Aktien angeboten werden und wir das Geld auftreiben", wovon er aber ausgehe. (APA)