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Polo-Spaß in St. Moritz.

Foto: APA/EPA/Balzarini

Wien - Mit den alpinen Ski-Weltmeisterschaften vom 1. bis 16. Februar will St. Moritz zurück ins Sportgeschäft. Der "älteste Wintersportort der Welt" präsentiert sich in "alter Frische, jung und dynamisch". Und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche WM mit werbewirksamen TV-Bildern sind hervorragend: St. Moritz hat dieses Jahr viel Schnee und teilweise zugefrorene Seen.

Investionen über eine Milliarde Franken

Eine Milliarde Franken - so schätzt man - wurden direkt oder indirekt wegen der WM investiert. 350 Millionen Franken wurden "in den Berg gesteckt", 400 Millionen Franken gingen in den Bau von Zweitwohnungen, und mit 250 Millionen Franken wurden die Hotellerie und Gastronomie modernisiert.

Kerngeschäft Wintersport

Das Ziel der Touristiker ist eine Mischung aus Glamourwelt der Reichen und Schönen und einer Wintersportdestination für alle. "Der alpine Skisport ist unser eigentliches Kerngeschäft", sagt Hanspeter Danuser, seit einem Vierteljahrhundert Kurdirektor in St. Moritz. Nun sei es an der Zeit, dieses wieder neu zu lancieren. Modernste Anlagen stehen dazu bereit. "Der eine Bügellift, den wir noch haben, hat nur musealen Zweck", so Danuser.

Wenig Zuseher an der Strecke

Dennoch: Eine WM für die Masse wird St. Moritz 2003 höchstens am Bildschirm und in den Tageszeitungen. Die Organisatoren erwarten 1.800 Medienvertreter, aber "nur" gerade 10.000 Zuschauer pro Rennen. In St. Anton verfolgten über 40.000 Skifans ein Rennen.

Elitäres Vergnügen

So viele Leute wären für Danuser ein "Albtraum". Anstatt auf Masse setzt St. Moritz auf eine "höhere Qualität" oder "Servicequalität". Der "Individualtourist" soll sehen: St. Moritz hat tolle Skirennen und dadurch nichts an seinem gediegenen und gemütlichen Ambiente eingebüßt.

Ein Drittel der Tickets verkauft

Dieses Konzept bestätigen auch die Zahlen aus dem WM-Ticketverkauf. Von den 100.000 Billetts war knapp zwei Wochen vor dem beginn gerade 35.000 über den Ladentisch gegangen. Dennoch haben die Organisatoren bereits 5,6 Millionen der budgetierten 5,9 Millionen Franken aus dem Verkauf eingenommen.

Neue Ziele

"Die besseren und teuren Plätze sind besetzt", sagt Jürg Capol, zuständig für das WM-Marketing. Das Geschäft mit der breiten Masse beginnt erst. Pro Tag gehen nun 500 bis 1.000 Tickets weg. "Unser neues Ziel sind sieben Millionen Franken", erklärt Capol.

Zählen auf Umwegrentabilität

Eigentlich wenig, wenn man bedenkt, dass die WM mit allen Aufwendungen rund 80 Millionen Franken (54,8 Mill. Euro) und damit drei Mal so viel wie jene in St. Anton kostet. Aber laut Capol zahlt sich auch diese Investition aus: "Wir bringen den Skisport wieder ganz groß raus - nicht nur für St. Moritz, sondern für die ganze Schweiz."(APA/sda)