New York/Berlin/München - Die Vereinten Nationen wollen die von US-Präsident George W. Bush angekündigten Informationen über illegale Waffenprogramme abwarten und halten sich eigenen Angaben zufolge bis dahin mit Stellungnahmen zurück. "Das ist eine nationale Angelegenheit (der USA), die wir nicht offiziell kommentieren", sagte eine UNO-Sprecherin am Mittwoch.

Auch Chefinspekteur Hans Blix und seine Waffenkommission UNMOVIC äußerten sich nicht zu der Ankündigung, dass US-Außenminister Colin Powell dem Sicherheitsrat Informationen und Geheimdiensterkenntnisse unter anderem zu Bagdads Verbindungen zu Terrorgruppen wie El Kaida vorlegen wird.

Schröder begrüßt angekündigte Vorlage von Geheiminformationen Der deutsche Kanzler Gerhard Schröder hat die Ankündigung von US-Präsident George Bush begrüßt, dem UNO-Sicherheitsrat Geheiminformationen über Iraks Waffenprogramm zu geben. "Es muss jede Information auf den Tisch, die verfügbar gemacht werden kann", sagte Schröder am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. Auf die Frage, ob diese Informationen eine Positionsänderung Deutschlands zur Folge haben könnte, sagte er: "Man kann zu Informationen nur Stellung nehmen, wenn man sie kennt."

Schröder hatte sich vor gut einer Woche darauf festgelegt, dass Deutschland einer UNO-Resolution für einen Kriegseinsatz im Irak nicht zustimmen würde. Bush hatte in seiner Rede in der Nacht zum Mittwoch erklärt, US-Außenminister Colin Powell wolle dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 5. Februar Geheimdienstinformationen über ein verbotenes Waffenprogramm des irakischen Präsidenten Saddam Hussein vorlegen.

Weiterhin Einsatz für friedliche Lösung

Schröder sagte nach einem Treffen mit Mexikos Staatspräsident Vicente Fox weiter: "Wir sind miteinander der Auffassung, dass die Frage im Sicherheitsrat zu behandeln ist und nur dort." Deutschland setze sich weiterhin mit allen diplomatischen Mitteln für eine friedliche Lösung des Konflikts ein. (APA/Reuters/dpa)