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Die Entäuschung bei Pepi Strobl sitzt tief.

Foto: APA/Schneider

Innsbruck – Heftig reagiert hat Josef Strobl am Mittwoch auf die Nichtberücksichtigung durch den Österreichischen Skiverband (ÖSV) für die alpine Ski-WM in St. Moritz. Der Tiroler stellte in der ersten Enttäuschung seinen Rücktritt oder einen Nationenwechsel in den Raum. Herrenchef Toni Giger zeigte sich davon nicht überrascht. "Er war der absolute Härtefall. Ich verstehe seine Enttäuschung, hoffe aber, dass er sein Vorhaben nicht wahr macht."

Nur zwei Optionen

Strobl hat sich vor einem Jahr in Kitzbühel schwer verletzt, trotzdem aber in dieser Saison bereits Podestplätze in Lake Louise (2. im Super G) und Gröden (3. in der Abfahrt) herausgefahren. "Ich hätte natürlich anders aufgestellt. Und im ersten Frust bleiben mir nur zwei Optionen: Entweder ich werfe das Handtuch und höre auf mit dem Ski fahren oder ich mache einen Nationenwechsel", erklärte der Tiroler in einem Ö3-Interview.

Heuer keine Rennen mehr

Strobl will zwar nicht ausschließen, dass er noch einmal für den ÖSV fährt, "aber so wie es derzeit ausschaut nicht. Aller Voraussicht nach werde ich heuer überhaupt keine Rennen mehr bestreiten. Denn im Riesentorlauf bin ich derzeit eh kein Thema, und Abfahrt und Super G stehen nur noch in Garmisch und beim Weltcup-Finale in Lillehammer Rennen auf dem Programm. Da ist so viel Zeit dazwischen, diese kann man besser nutzen."

Begründung nicht akzeptabel

Gegenüber der APA merkte der 28-Jährige an, dass für ihn die Begründung von Alpinchef Hans Pum - stagnierende Formkurve und keine Spitzenplätze nach dem Sturz in Wengen – inakzeptabel sei. "Man kann nicht innerhalb einer Woche die Form verlieren. Das ist nicht nachvollziehbar. Ich kenne keinen Läufer, dem das bisher passiert ist. Und aus der verkürzten Abfahrt und dem Super G bei Schlechtwetter in Kitzbühel zu schließen, dass ich nicht in Form bin, das ist sehr kurzsichtig!"

Vorerst nichts konkretes sagen

Zu etwaigen Nationen, die für einen Wechsel in Frage kommen, oder was passieren muss, damit er doch weiter für den ÖSV fährt, wollte Strobl vorerst nichts Konkretes sagen. "Ich brauche jetzt Zeit, um einmal Abstand zu gewinnen und mir genau zu überlegen, was ich mache. Ich will jetzt nichts sagen, was mir später vielleicht auf den Kopf fallen könnte."

Absoluter Härtefall

Herren-Cheftrainer Toni Giger wollte die Aussagen von Strobl nicht überbewertet wissen. "Der Pepi war ein absoluter Härtefall, deshalb muss man seine Reaktion verstehen und akzeptieren, dass er schwer enttäuscht ist." Strobl sei der extremste Fall gewesen, aber auch Peter Rzehak, Werner Franz, Martin Marinac oder Kilian Albrecht hätten einen WM-Start verdient gehabt, so Giger. "Unser Problem ist, dass wir eben nur 14 Herren neben den beiden Titelverteidigern mitnehmen dürfen."

Albrecht akzeptiert Entscheidung

Gefasster reagierte Kilian Albrecht. "Ich habe die Ergebnisse nicht gebracht, ich muss die Entscheidung akzeptieren", sagte der Vorarlberger. Wie es beim Slalom-Spezialisten weiter geht, wird von ihm erst im Frühjahr entschieden. "Ich habe in dieser Saison noch drei wichtige Slaloms vor mir, in denen ich beweisen will, dass ich bis ins Ziel schnell sein kann." (APA)