Hugo Pepper liest vor der SPÖ-Parteizentrale für die Opposition

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Seit Dienstag, dem 21. Jänner 2003 läuft täglich von 9 bis 17 Uhr die Protestleseaktion der SJÖ (Sozialistische Jugend Österreich) vor der Parteizentrale der SPÖ. Am Mittwoch war Prof. Hugo Pepper als Kommentator zu Gast.

Pepper wurde schon als Mittelschüler während der Nazi-Regimes als Antifaschist des Hochverrats angeklagt und schloss sich während des zweiten Weltkrieges in der Wehrmacht der Widerstandsbewegung an. Nach dem Krieg war er unter anderem im Bildungsreferat des ÖGB (1951-62) und als Vorsitzender der Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen (1992-95) tätig.

Die SJÖ tritt dafür ein, dass die SPÖ nicht in eine Regierung mit der ÖVP sondern in Opposition geht. Dazu läuft schon seit Wochen eine Unterschriftenaktion für eine Urabstimmung aller SPÖ-Mitglieder zu dieser Frage. Pepper meinte dazu: "Ich glaube, dass die politischen Kräfte so weit Profil entwickeln müssen, dass sie noch im Dunkeln unterschieden werden könnem. Ich glaube auch, dass der Begriff Juniorpartner verfehlt ist, denn wenn die SPÖ als solche mit der ÖVP in die Regierung geht, sieht sie ziemlich alt aus. Gerade die Wahlen in Graz haben gezeigt, dass es eine Mehrheit links der Mitte gibt."

Die Sozialistische Jugend ist der Meinung, dass die Sozialdemokratie in einer großen Koalition nur ihre politischen Ziele verfehlen kann. Die SPÖ verlor im Laufe der großen Koalition 1986-99 fast 10% ihrer Stimmen. "Wenn sich die SPÖ schon vor den Karren der neoliberalen Wende spannen lassen will, sollen in dieser Frage alle Parteinmitglieder entscheiden. Das ist die SPÖ ihrer (sozial)demokratischen Tradition schuldig", so Andreas Kollross, Vorsitzender der SJÖ. (red)