New York - Russland hat die USA aufgefordert, dem Weltsicherheitsrat "unwiderlegbare Beweise" dafür vorzulegen, dass der Irak über verheimlichte Massenvernichtungswaffen verfügt. Ansonsten müssten die UNO-Kontrollen solange fortgesetzt werden, wie der Irak mit den Inspektoren kooperiere, sagte der russische UNO-Botschafter Sergej Lawrow am Mittwoch in New York. Derweil setzte der Sicherheitsrat seine Beratungen über den jüngsten Bericht der beiden Chefinspektoren für den Irak fort.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohamed El Baradei, besteht darauf, dass er für seine Arbeit im Irak noch "einige Monate" Zeit brauche. ElBaradei sagte am Mittwoch vor Beginn einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats in New York, er brauche diese Zeit, um zu einem "Abschluss" seiner Untersuchungen zu gelangen, ob der Irak heimlich an Atomwaffen arbeite.

Der IAEO-Direktor bekräftigte, dass bisher keine Belege für ein irakisches Atomwaffenprogramm gefunden worden seien. Die von US-Präsident George W. Bush als Beleg für solche Pläne angeführten Alumiumröhren seien nach seinen bisherigen Erkenntnissen für konventionelle Waffen bestimmt, sagte El Baradei. Mit einigen Modifikationen könnten sie allerdings für die Anreicherung von Uran verwendet werden, weshalb an diesem Punkt weiter nachgeforscht werden müsse.

Der Sicherheitrat wollte in seiner Sitzung über den zwei Tage zuvor von den Waffeninspektoren vorgelegten Bericht über ihre bisherige Arbeit im Irak beraten. Auch die Rede von Bush in der Nacht zum Mittwoch, in dem er die Gründe für einen möglichen Krieg gegen den Irak dargelegt hatte, sollte in der Sitzung besprochen werden. Bush hatte angekündigt, er wolle dem Sicherheitsrat am kommenden Mittwoch Beweise für seine Vorwürfe vorlegen, dass der Irak weiter an Massenvernichtungswaffen arbeite und mit Terrorgruppen kollaboriere. (APA/dpa)