Mörfelden - Die Tarifverhandlungen bei der deutschen Lufthansa sind gescheitert. Dies erklärten die Airline und die Gewerkschaft ver.di am Mittwochabend übereinstimmend in Mörfelden bei Frankfurt. Beide Parteien hätten eine baldige Schlichtung vereinbart, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Zuvor hatte die Airline ein neues Angebot vorgelegt, das 2,9 Prozent mehr Lohn ab Jänner und nochmals 1,8 Prozent ab Dezember diesen Jahres bei einer Laufzeit von 26 Monaten vorsah. Zudem sollten die Beschäftigten eine 1,6-prozentige Gewinnbeteiligung erhalten. Die Gewerkschaft ver.di fordert für die etwa 52.000 Lufthansa-Beschäftigten unverändert neun Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Angebot ausgeschlagen

Mit dem Scheitern der Verhandlungen habe die Gewerkschaft ein deutlich verbessertes Angebot ausgeschlagen, sagte die Lufthansa-Sprecherin. Insgesamt hatte das Unternehmen in der fünften Verhandlungsrunde 4,7 Prozent mehr Lohn und Gehalt nach zuletzt 3,9 Prozent für 2003 angeboten. Die Gewerkschaft sieht indes Nachholbedarf bei den Löhnen und Gehältern. Die Beschäftigten hätten in den vergangenen Jahren viel zurückstecken müssen, um zur Gesundung der Lufthansa beizutragen, sagte eine ver.di-Sprecherin.

Schlichtungsverfahren

Nach dem Abbruch der Verhandlungen wollten sich beide Parteien schnellstmöglich auf einen Schlichter im Tarifstreit einigen. Bis zum Ende der Schlichtung seien Streiks ausgeschlossen, betonte die Lufthansa-Sprecherin. Das Boden- und Kabinenpersonal der Kranich-Airline hatte vor gut zwei Wochen mit Warnstreiks ihrer Forderung nach mehr Lohn und Gehalt Nachdruck verleihen wollen. Rund 40 Flüge mussten daraufhin gestrichen werden. (APA)