Wien - Darstellung, Verkörperung und Rezeption sexueller Identität sind Themen des bis Mitte Februar im Tanzquartier anberaumten Labors sowie der Aufführungsserie Embody - The act of beeing in which one is no longer representing but simply presenting. Kuratiert hat dieses Projekt, an dem Künstler, Theoretiker und Wissenschafter beteiligt sind, der Choreograf Mark Tompkins.

Die TQW-Gäste hat Tompkins persönlich eingeladen. "Ich kenne deren künstlerisches Wollen, ihre Einstellung zu der Bühne oder zu Workshops. Es sind Personen, die mich interessieren und von denen ich glaube, dass sie mit dem Thema umgehen können", sagt Tompkins im STANDARD-Gespräch. Neben dem Arbeitslabor, dessen Ergebnis am 15. Februar in der TQW-Halle G präsentiert wird, finden an den vorangehenden Wochenenden Präsentationen bereits bestehender Stücke der Beteiligten statt.

Mark Tompkins selbst schlüpft auch gerne in andere Rollen, eignet sich deren Habitus an, spielt mit oberflächlichen, geschlechtsspezifischen Klischees, mit markantem Outfit, das zu seiner zweiten Haut wird. Under My Skin nennt Tompkins seine "Hommage to Joséphine Baker", mit der er heute gemeinsam mit Vera Mantero Embody eröffnet. Auf der Bühne sieht man die Person Mark Tompkins, die sich allmählich in die schillernde Revuetänzerin und Chansonsängerin verwandelt. Dazu Tompkins:

"Manche würden das wohl als Drag-Show bezeichnen. Darum geht es mir überhaupt nicht. Ich verwende weder Make-up noch verberge ich meine behaarte Brust. Ich konzentriere mich vor allem auf das artifizielle Schaffen einer Persönlichkeit, deren Wirken und Ausstrahlung ich mir einverleibt habe und deren Neuschöpfung ich dann vor allem als Selbstbeobachter miterlebe."

Die Perspektive von außen und das Hineinversetzen in den Zuschauer sind weitere Aspekte der Laborarbeit. Die auftretenden Künstler stellen sich an den folgenden Montagen (3. und 10. Februar, jeweils 19.00 Uhr) der öffentlich zugänglichen Aufführungsanalyse. (knei/DER STANDARD; Printausgabe, 30.01.2003)