Der Streit zwischen den deutschen Mobilfunkanbietern O2 und debitel geht in die nächste Runde. O2 will Berufung gegen ein Urteil des Münchner Landgerichts einlegen, wonach O2 (ehemals Viag Interkom) verpflichtet ist, mit debitel einen Vertrag für Mobilfunkdienste abzuschließen. "Wir werden mit allen Mitteln gegen die Entscheidung vorgehen", sagte Dietrich Beese, Mitglied der O2-Geschäftsführung, am Mittwoch der dpa in München. Notfalls gebe es einen jahrelangen Rechtsstreit.

debitel bezeichnete Beeses Berufungs-Ankündigung als "Schnellschuss", da derzeit noch keine Urteilsbegründung vorliege. "Wir würden es begrüßen, auf der Basis des Münchner Urteils ohne weitere Rechtsmittel zu einem Service-Provider-Vertrag zu kommen", sagte ein Sprecher des Stuttgarter Unternehmens. O2 ist bisher der einzige Netzbetreiber, der sich weigert, sein Netz auch für debitel-Kunden zur Verfügung zu stellen.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hatte das Landgericht München debitel vergangene Woche Recht gegeben. debitel-Vorstandschef Peter Wagner hatte die Entscheidung als Sieg für das Unternehmen bezeichnet. Grundsätzlich ist O2 nach Angaben von Beese zur Kooperation mit anderen Anbietern bereit. "Aber die Konditionen müssen stimmen."(APA)