Wien/Paris - Die internationale Organisation für die Verteidigung der Pressefreiheit "Reporter ohne Grenzen" (RSF bzw. RoG) verurteilte am Dienstag die Schließung von 24 Internet-Cafés durch die iranische Polizei in Teheran. Dabei wurden am 16. Dezember 23 junge Menschen, darunter elf Frauen, wegen "unmoralischen Verhaltens" verhaftet. "Dies ist ein weiterer Beweis für die weitere Radikalisierung der Regierungslinie im Bereich der freien Meinungsäußerung - vor allem, wenn es auch um Frauen geht", erklärte Rubina Möhring, Präsidentin der österreichischen RSF-Sektion (RoG Österreich).

Die Razzien fallen mit der Verstärkung einer im April begonnenen Kampagne gegen Frauen zusammen, welche die islamischen Bekleidungsvorschriften verletzen würden. Frauen werden angewiesen, keine "westlichen" Kleidungsstücke wie etwa enge Hosen oder hohe Stiefel zu tragen, die als "unangemessen" betrachtet werden, so Möhring. Die "Cyber-Feministinnen" Maryam Hosseinkhah und Jelveh Javaheri würden weiterhin im berüchtigten Evin-Gefängnis festgehalten.

Hosseinkhah, eine 32-jährige Journalistin, die für die Webseiten "Zanestan" und "WeChange" schreibt, ist seit 18. November in Haft. Die 20-jährige Javaheri wurde am 1. Dezember festgenommen. Beide hatten sich online für Frauenrechte im Iran eingesetzt. Sie sind angeklagt, falsche Informationen veröffentlicht zu haben, die öffentliche Meinung gestört und "Werbung gegen die islamische Republik" betrieben zu haben. Für ihre Freilassung verlangen die Behörden hohe Kautionen (95.000 Euro für Hosseinkhah bzw. 50.000 Euro für Javaheri). (APA/red)