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In der Beratung geben Frauen an, sich Verhütungsmittel nicht leisten zu können.
Foto: APA/dpa/Stephan Jansen

Köln - Durch Hartz IV bedingte Geldknappheit hat nach Angaben des deutschen Vereins "Frauenwürde e.V." im vergangenen Jahr dazu geführt, dass in Deutschland mehr Frauen ungewollt schwanger wurden. Wie der in der Schwangerenkonfliktberatung tätige Verein am Montag in Köln mitteilte, gaben die betroffenen Frauen an, von ihrem knapp bemessenen Geld keine sicheren Verhütungsmittel bezahlen zu können. "Das Geld für die Pille brauche ich, um für meinen Mann und meine zwei Kinder eine halbe Woche fürs Frühstück einzukaufen", habe eine Frau etwa ihrer Beraterin gesagt, berichtete Vorsitzende Annegret Laakmann. Die Pille koste etwa zehn Euro monatlich, eine Spirale etwa 150 Euro.

Der Verein fordert eine Gesetzesänderung, welche die Übernahme der Kosten für Verhütungsmittel regelt. "Es kann nicht angehen, dass Schwangerschaftsabbrüche für Arme vom Staat bezahlt werden, Mittel zur Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft aber nicht", erklärte Laakmann. In den sechs Beratungsstellen von Frauenwürde e.V. werden den Angaben zufolge jährlich etwa 1.200 Frauen beraten. Der Verein ist nach dem Ausstieg der katholischen Kirche aus der Schwangerschaftskonfliktberatung aus der gegenüber der Amtskirche kritischen Kirchenvolksbewegung heraus entstanden. (APA)