Graz - Durch enorm hohe Speicherstärke und sehr kurze Abfragezeit zeichnet sich der neue Herzschrittmachertyp aus, der Montagnachmittag an der Grazer Universitätsklinik implantiert wurde. Die weltweit erste Implantierung des Gerätes des niederländischen Herstellers Vitatron fand im Rahmen einer großen internationale Studie statt, an der vier weitere österreichische Schrittmacherzentren teilnehmen.

Die wesentlichen Vorteile des so genannten volldigitalen Herzschrittmachers "C60 DR" lägen auf ärztlicher Seite vor allem in der "enormen Vereinfachung der Nachkontrolle", erklärte der implantierende Mediziner der Universitätsklinik für Chirurgie, Michael Anelli -Monti. "Wir erhalten wesentlich mehr Information und können auf sie erstmals auch rasch zugreifen".

Kandidaten stehen fest

Durch die hohe Datenspeicher-Kapazität würde aber auch die Diagnostik eine entscheidende Verbesserung erfahren, betonte der Mediziner. So könne man bei der Nachkontrolle noch besser erkennen, wann und wie es zu Extrasystolen (Extraschlägen des Herzens) oder anderen Rhythmusstörungen gekommen ist bzw. wie oft der Patient im Beobachtungszeitraum die Unterstützung des Schrittmachers benötigt hatte.

In Graz sollen in den kommenden Wochen insgesamt fünf Patienten einen entsprechenden Herzschrittmacher bekommen. Weitere Studienzentren sin das AKH-Wien, das Krankenhaus St.Pölten, das Krankenhaus Krems und das Krankenhaus Lainz. Zunächst wird der Herzschrittmacher für die klassische Indikation, die Bradykardie, zur Verfügung stehen, die Mediziner rechnen jedoch damit, dass mit der neuen Technologie bald auch andere Rhythmusstörungen behandelt werden können. (APA)