Brüssel -In der EU sollen künftig einheitliche Sicherheitsregelungen für Atomkraftwerke gelten. Einen entsprechenden Richtlinienentwurf wird die zuständige EU-Kommissarin Loyola de Palacio in der kommenden Woche vorlegen. Es handelt sich dabei um die Überarbeitung des heftig umstrittenen Entwurfs, den de Palacio im Vorjahr präsentiert hat. Kern des Richtlinienentwurfs sind Rückstellungen, die von den AKW-Betreibern künftig für den Abbau von Kernkraftwerken getätigt werden müssen. Den Umweltverbänden gehen die Pläne zu wenig weit. Sie werfen der EU-Kommissarin vor, sich in den Dienst der Atomlobby zu stellen.

Aufklärung verlangt unterdessen das Europäische Parlament (EP) über die Aufstockung der Euratom-Kredite seitens der EU-Kommission. Etliche Parlamentarier vermuten, dass die Euratom-Gelder für die Fertigstellung unsicherer Atomkraftwerke vom Typ des Tschernobyl-Reaktors (Korsk-5) verwendet werden sollen. "Um diese Befürchtungen zu zerstreuen, müssen klare Formulierungen kommen", fordert der Parlamentarier Paul Rübig (EVP). Der Oberösterreicher ist EP-Berichterstatter für die Euratom-Sicherheitsüberwachung. (Katharina Krawagna-Pfeifer aus Brüssel, DER STANDARD Printausgabe 30.1.2003)