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Mohammed el Baradei: Inspektoren fanden - im Gegensatz zu Bushs Behauptungen - keine Beweise für ein irakisches Atomwaffenprogramm

Foto: REUTERS/Andreas Manolis

New York - Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed el Baradei, ist am Mittwoch Behauptungen von US-Präsident George W. Bush entgegengetreten. In seiner Rede zur Nation hatte Bush erklärt, Agenten des irakischen Geheimdienstes hätten sich als Wissenschafter ausgeben. El Baradei sagte am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP, er würde sich jedoch auch nicht wundern, wenn jemand in sein Team eingeschleust worden sei - aber nicht unbedingt von den Irakis, fügte er hinzu.

Kein Atomwaffenprogramm

El Baradei widersprach auch Bushs Behauptung, die Inspektoren hätten Material für ein Atomwaffenprogramm gefunden. In dem Interview mit AP sagte er, die gefundenen Aluminiumrohre seien für konventionelle Raketen bestimmt gewesen. Sie hätten zwar auch zur Urananreicherung genutzt werden können, doch dies wäre sehr teuer, zeitaufwendig und nachweisbar gewesen.

Zu den irakischen Wissenschaftern sagte El Baradei, dass den Inspektoren alle Fachleute aus der Vergangenheit bekannt seien. Es wäre einfach gewesen, zu erkennen, ob "einer ein Wissenschafter ist oder nicht". Außerdem würden geheime Informationen nur "drei bis maximal vier Personen" erfahren.

Mitglieder des UN-Sicherheitsrates für Verlängerung der Kontrollen

Unterdessen haben sich wichtige Vertreter im UN-Sicherheitsrat abermals für eine Verlängerung des Mandates für die Waffeninspektoren ausgesprochen. Der deutsche UN-Botschafter Gunther Pleuger sagte, den Inspektoren müsse eine "realistische Chance" gegeben werden, ihren Auftrag zu beenden. Es dürfe nicht ein Instrument aus der Hand gegeben werden, das erst kürzlich verschärft wurde. Auch Russland sprach sich nach Bushs Ansprache abermals für die Verlängerung des Mandates aus. Frankreich zeigte ebenfalls keine Änderung seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer Verschärfung des Konflikts. (APA/AP)