Bild nicht mehr verfügbar.

Wer die Nation wirklich spalten will,

braucht nicht in die Politik gehen. Und er braucht sich auch nicht bei 130 km/h mit zusammengeflicktem Haxen über einen Steilhang hinunterhauen, damit die einen sagen. "Wir sind wieder wer!" Und die anderen: "Der Maier geht mir auf den Zeiger!"

Foto: APA/Jaeger

Wer wirklich für Gesprächsstoff sorgen will,

der muss Fernsehkoch werden. Immerhin zerreißt sich mein ganzer Bekanntenkreis nach Aufwärmrunden in Sachen Antiamerikanismus trotz Rock 'n' Roll, Tabakpreiserhöhung und sinkender Lebenserwartung bei Kindersegen derzeit mit Vorliebe das Mundwerk über die ORF-Köche Jamie Oliver und Alois Mattersberger.

Foto: ORF

Mattersberger ist dabei allgemein anerkannt

so etwas von pfui, dass ich nicht in seiner Haut stecken möchte, wenn er einem von meinen Haberern beim Gemüsehändler begegnen und wegen seiner Ein Schloß am Wörthersee-Rezepte entschieden abgemahnt werden würde. Wobei Mattersberger wenigstens keinen Schaden anrichtet. Weil, wer kocht das schon freiwillig nach?

Foto: STANDARD

Viel schrecklichere Auswirkungen auf mein Leben hat dagegen Jamie Oliver.

Nicht nur, dass man seit Monaten bei Essens-einladungen entweder Lammkeule mit Koriandersauce oder Hühnerbrust im Plastiksack aufgetischt bekommt. Wenn man als Gastgeber heute einen Schweinsbraten mit Knödel und Stöcklkraut serviert, dann muss man sich auch noch die Frage gefallen lassen: "Ja, aber wo sind die Pfirsichfüllung und das Karottenpüree?" Ich bring' ihn um, den Jamie! (schach/DER STANDARD, Printausgabe, 30.1.2003)

Foto: ORF