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Im Kriegsfall droht eine humanitäre Katastrophe ungeheuren Ausmaßes

Foto: REUTERS/Caren Firouz

Wien - Ein Irak-Krieg wird nach Ansicht des Wiener Büroleiters des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), Gottfried Köfner, "zweifellos" zu einer humanitären Katastrophe führen. Köfner sagte in der Nacht auf Donnerstag in der "ZiB3", das UNHCR gehe von rund 600.000 Flüchtlingen infolge eines Irak-Krieges aus. Die Zahl könne aber auch höher oder geringer sein. Konkrete Szenarien und Zahlen seien schwer vorherzusagen, da auch die Orte und die Art der Kampfhandlungen noch nicht klar seien, sagte Köfner weiter.

Der Erfolg der Hilfsaktionen werde davon abhängen, inwieweit die internationale Staatengemeinschaft "willens ist, massiv zusätzliche Mittel zu Verfügung zu stellen", betonte Köfner. Bisher sei das UNHCR schon in 15 Ländern der Region vorbereitend tätig, es seien aber noch nicht ausreichend Mittel vorhanden, um auf die zu erwartende Flüchtlingswelle zu reagieren. Besonders wichtig sei es, im Fall eines Krieges den freien Zugang der Flüchtlinge in die Nachbarländer des Irak aufrecht zu erhalten.

Auch in anderen Krisengebieten habe das UNO-Flüchtlingshilfswerk mit der fehlenden finanziellen Dotierung seiner Tätigkeiten zu kämpfen, sagte Köfner. So sei könne man zwar die Rückführung von Flüchtlingen in ihre Heimatländer ermöglichen, habe dort aber nicht die nötigen Mittel für die Reintegration und Grundversorgung dieser Menschen zur Verfügung. In Afghanistan etwa sei es derzeit "schwer, die Menschen über den Winter zu bringen". An der österreichischen Flüchtlingspolitik bemängelte Köfner die fehlenden Kapazitäten im behördlichen Bereich, was zu langen Asylverfahren führe. (APA)