Spin Boldak - In Afghanistan konnten offenbar mehrere Dutzend Taliban-Rebellen trotz massiven Beschusses durch US-Truppen aus einem Komplex von rund hundert Höhlen im Südosten des Landes fliehen. "(Der Taliban-Kommandant) Hafiz Abdur Rahdeem hatte 60 bis 80 Leute, und wir glauben 20 Leute wurden bei den Kämpfen getötet, was bedeutet, dass 50 bis 60 übrig sind. Es ist möglich, dass sie entkommen oder in der Gegend untergetaucht sind", sagte ein Sprecher der örtlichen Behörden der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Sprecher des US-Militärs am Stützpunkt Bagram sagte, die Rebellen "könnten sich in andere Höhlen geflüchtet haben, um zu entkommen oder könnten den Berg verlassen haben". Bisher seien allerdings erst zwölf der 100 Höhlen durchsucht worden.

Schwerste Kämpfe seit knapp einem Jahr

Bei den schwersten Kämpfen gegen afghanischen Rebellen seit knapp einem Jahr, hatten die US-Truppen die Höhlen nahe der pakistanischen Grenze am Montag zwölf Stunden lang unter Beschuss genommen. Anschließend hatten Hunderte Soldaten mit der Durchsuchung der Höhlen begonnen. Bisher wurden dabei nach offiziellen Angaben neun Waffenverstecke gefunden und zerstört.

Rebellen angeblich von Hekmatyar unterstützt

Die Rebellen sollen von dem Kriegsfürsten und ehemaligen Ministerpräsidenten Gulbuddin Hekmatyar unterstützt werden, dem die Regierung unter Präsident Hamid Karsai mehrere Putschversuche und Anschläge anlastet. Hekmatyar, ein fundamentalistischer Moslem, hat zu einem heiligen Krieg gegen die US-Truppen und die Regierung Karsai aufgerufen.

Nach dem Sturz der Taliban-Regierung in Afghanistan durch eine von den USA angeführte Allianz suchen Tausende von US-Soldaten in dem Land nach Mitgliedern der radikal-islamischen Taliban und der extremistischen El-Kaida-Organisation, die für die Anschläge am 11. September 2001 in den USA verantwortlich gemacht wird.

Die US-Armee nahm am Donnerstag zudem drei Männer in der afghanischen Hauptstadt Kabul unter dem Verdacht fest, ein Bombenattentat gegen eine US-Einrichtung geplant zu haben.(APA/Reuters)