Brüssel - Über ein Jahr nach dem Sabena-Konkurs liegt der Bericht der Untersuchungskommission des belgischen Parlaments vor. Eine wesentliche Rolle kommt darin dem Kauf von 34 Airbus zu, als das belgische Flugunternehmen zu 49 Prozent der Swissair gehörte. Die Präsentation des Berichts durch Kommissionspräsident Raymond Langendries war auf Donnerstagvormittag angesetzt.

Als einen Hauptgrund für den Zusammenbruch von Sabena hatte die Kommission den Kauf der 34 Airbus-Maschinen aber schon in dem teils zum voraus bekannt gewordenen Berichtsentwurf bezeichnet. Weiter äußert sich der Bericht zum Verhalten der belgischen Regierung, der Gewerkschaften und der Piloten. Dabei hatte es in der Kommission mit Blick auf die Wahlen vom 18. Mai offenbar ein Seilziehen um die Kritik an belgischen Politikern gegeben. Langendries selbst beklagte in einer Sendung des belgischen Radios RTBF "politischen Druck".

Wegen des Sabena-Konkurses ermittelt auch die belgische Justiz. Laut der Tageszeitung "La Libre Belgique" vom Donnerstag hält sich der belgische Untersuchungsrichter Jean-Claude Van Espen derzeit in der Schweiz auf. Sabena war im November 2001 in Konkurs gegangen. Mehrheitsaktionär des Unternehmens war der belgische Staat.(APA/sda)