Peking - China beharrt auf einer politischen Lösung im Konflikt mit dem Irak. Während die offizielle englischsprachige Tageszeitung "China Daily" am Donnerstag scharf US-Präsident George W. Bush kritisierte, der dem Irak und den USA einen ungerechten Krieg aufzwinge, sagte Außenminister Tang Jiaxuan nur, es sei "vernünftig", eine politische Lösung zu suchen. Die Waffeninspektoren selbst seien der Ansicht, dass ihre Arbeit allgemein reibungslos verlaufen sei und dass weitere Inspektionen mehr Zeit bräuchten.

Die Weltgemeinschaft wolle eine politische Lösung im Rahmen der Vereinten Nationen, betonte Tang Jiaxuan nach Angaben seines Ministeriums unter Hinweis auf die UNO-Resolutionen zum Irak. Während der Außenminister einen Bezug auf die Rede des US-Präsidenten zur Lage der Nation vermied, kritisierte "China Daily" die "unbegründeten Beschuldigungen" gegen den Irak. Wie ein "Evangelist" habe Bush seine Rede gehalten, "die eher wie eine Predigt erschien", stellte das Blatt fest, das immer die Regierungslinie widerspiegelt.

Beschuldigungen basieren auf Spekulationen

Die Beschuldigungen von Bush über Verbindungen zwischen dem Irak und dem Terrornetz El Kaida "basieren fast gänzlich auf Spekulationen", hieß es in dem Kommentar. Auch bei seinen Hinweisen auf "versteckte Waffen" greife der US-Präsident auf "seine Einbildung" zurück. Das könne nur Angst und Hass erzeugen. "Keine rationale Entscheidung sollte auf reiner Einbildung basieren."

Selbst die neuen Beweise, die die USA im Sicherheitsrat vorlegen wollten, "können nicht als erwiesen angenommen werden", da die höchste Autorität für die Glaubwürdigkeit von Beweisen bei den Waffeninspektoren liege. Zu Bush schrieb das Blatt weiter: "Er ist derjenige, der den Völkern des Irak und der USA einen Krieg aufzwingt. Ein Krieg gegen den Irak kann zu diesem Zeitpunkt nicht gerecht sein." Auch wären die Opfer in erster Linie Unschuldige, "sowohl Iraker als auch Amerikaner".(APA/dpa)