Schönefeld - Der deutsche Billigflieger BerlinJet will am 10. Februar einen neuen Startversuch unternehmen. Ab diesem Termin sollen täglich zwei Verbindungen zwischen Berlin-Schönefeld und München sowie je eine zwischen Berlin, Paris und Nizza angeboten werden, teilte Geschäftsführer Torsten Mache am Donnerstag in Schönefeld mit. Die Tickets sollen nach seinen Angaben zu Preisen ab neun Euro zuzüglich Flughafengebühren und Steuern angeboten werden.

Noch im Frühjahr wolle BerlinJet einen zweiten innerdeutschen Flug nach Stuttgart oder Frankfurt-Hahn anbieten, erklärte Mache. Im vergangenen Oktober hatte das Unternehmen eine angekündigte Linie zwischen Berlin-Tempelhof und dem Rhein-Main-Gebiet am Tag des ersten Abfluges platzen lassen. Die Passagiere warteten damals umsonst auf ihr Flugzeug. Mache zufolge gab es Probleme mit dem Reiseunternehmen, das die Tickets verkaufen sollte. Dies werde jetzt von BerlinJet selbst abgewickelt.

Bereits 30.000 Tickets verkauft

Für die ab 10. Februar geplanten Flüge hat das Neu-Isenburger Unternehmen nach eigenen Angaben bereits 30.000 Tickets verkauft. Der Geschäftsführer erklärte, seine Firma mit insgesamt 25 Mitarbeitern wolle im Laufe des kommenden Jahres erstmals schwarze Zahlen schreiben. Dazu seien eine 60-prozentige Auslastung der Maschinen sowie ein durchschnittlicher Erlös von 60 Euro je Passagier nötig. Langfristig wolle BerlinJet Marktführer unter den Berliner Billigfliegern werden, sagte Mache.

Etwa ein Drittel der Tickets will das Unternehmen vier bis sechs Wochen vor dem Abflugtermin über Internet, Telefon und einige Reisebüros zu neun Euro verkaufen. Der Rest werde zu Preisen zwischen 29 und 149 Euro angeboten, hieß es. Ungewöhnlich für einen Billiganbieter sei zudem eine Businessclass, die für 199 Euro gebucht werden könne, erklärte Mache. Für die Flüge hat das Unternehmen eine 167-sitzige Maschine von der isländischen Chartergesellschaft MD Airlines inklusive Cockpit-Personal geleast.

Nach Angaben der Berlin-Brandenburger Flughafen Holding starten von den Airports der Hauptstadt aus bereits sieben Billigflieger, darunter Buzz, Air Berlin und Germania. Nur dank dieser Unternehmen hätten die Berliner Flughäfen im vergangenen Jahr ihr Passagieraufkommen von knapp 2,2 Millionen Passagieren konstant halten können, sagte Flughafensprecher Eberhard Elie. "Die Konkurrenz auf dem Billigsegment wird sich noch verstärken", vermutete er.(APA/AP)