Washington - Männliche Tiere des Südlichen See-Elefanten in der Antarktis ziehen viele Kreise, um sich fortzupflanzen. Entsprechend weit streuen sie ihre Gene, wie Forscher mit Hilfe von Erbgutanalysen nachgewiesen haben. Das brasilianisch-britische Forscherteam stellt die Ergebnisse im Wissenschaftsjournal "Science" (Bd. 299, S. 676) vom Freitag vor. Die Rekordmarke habe ein See-Elefant gesetzt, der einer früheren Studie zufolge in einer Entfernung von mehr als 5.000 Kilometern registriert wurde.

In seltenen Fällen könne ein Südlicher See-Elefant (Mirounga leonina) sogar alle beliebigen Brutkolonien in der Umgebung der Antarktis besuchen und sich mit jedem beliebigem Weibchen paaren, vermutet "Science". Die Streuung ihres Erbguts bringe es mit sich, dass weit von einander entfernte Populationen genetisch enger zusammenwachsen können. Das heiße aber nicht, dass die genetische Vielfalt der Südlichen See-Elefanten tatsächlich leide, sagen Anna Fabiani und Kollegen von der britischen Durham Universität und der Universida de Federal do Rio Grande in Rio Grande (Brasilien).

Die Wissenschafter stützten sich bei ihrer Suche nach dem genetischen Fingerabdruck auf jeweils zwei Beweisstücke: das Erbmaterial (DNA) im Zellkern, zu dem beide Elternteile in gleichen Teilen zusteuern, und die Mitochondrien-DNA, die ausschließlich von mütterlicher Seite stammt. Generell bleiben weibliche See-Elefanten dem "heimischen Herd" nahe. Sie wachsen in der Umgebung ihres Geburtsplatzes auf und ziehen dort in der Gemeinschaft anderer Weibchen ihre Jungen auf. Derweil ziehen ihre Väter, Brüder und Partner Kreise. (APA/dpa)