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Franz Morak, Josef A. Nowak

Foto: APA/HERBERT OCZERET

Josef A. Nowak (62), Journalisten-Legende und langjähriger Chefredakteur der Austria Presse Agentur, wurde Mittwochabend zum "Professor" ernannt. Medien-Staatssekretär Franz Morak (ÖVP) meinte anlässlich der Verleihung des Berufstitels, dass Nowaks Arbeit als "Synonym für Unbestechlichkeit, hervorgegangen aus der Schwerkraft seines großen Eigensinns" gilt. "Er war nicht jedermanns Darling, aber hoch geachtet als Journalist", so Morak.

"Informationsmacht über einen Großteil der österreichischen Medien"

Andi Nowak, wie er in der Branche genannt wird, "wollte politischer Journalist werden, seit er denken kann", sagte "Kurier"-Kolumnist und Laudator Franz Ferdinand Wolf. Seine bürgerlichen und konservativen Wertehaltungen seien das "Fundament für seinen unabhängigen Journalismus" gewesen. Als Chefredakteur der APA hatte Nowak die "Informationsmacht über einen Großteil der österreichischen Medien" gehabt. Er habe diese stets "maßvoll" genutzt. Nowak stehe laut Wolf für seriösen, kompetenten und Fakten-bezogenen Journalismus, der nicht einer beliebigen Super-Exklusivität hinterher hechle. Und er verfüge über das, was guten Journalismus ausmache: Konfliktbereitschaft und Konfliktfähigkeit.

Nowaks journalistische Karriere begann bei der "Neuen Österreichischen Tageszeitung". 1964 wechselte er zum "Volksblatt", 1967 zur "Tiroler Tageszeitung". Der großen Bundesländerzeitung diente er 20 Jahre lang als Wien-Korrespondent, Leiter des Wiener Büros und Mitglied der Chefredaktion. Nowak selbst bezeichnete diese Phase als "beruflich schönste Zeit meines Lebens".

Abkehr vom "Verlautbarungsjournalismus"

1987 übernahm der renommierte innenpolitische Journalist die Funktion des Chefredakteurs in der Austria Presse Agentur. Nowak leistete in den zehn Jahren seiner Tätigkeit an der Spitze der APA-Redaktion einen entscheidenden Beitrag zur Hebung der journalistischen Qualität der Agentur. Er verstand sich als Garant der im APA-Statut verankerten Unabhängigkeit und Ausgewogenheit und hat dieses Anliegen mit der ihm eigenen Konsequenz und Härte vertreten. Unter seiner Führung vollzog die APA endgültig die Abkehr vom "Verlautbarungsjournalismus". Der breiten Öffentlichkeit wurde Nowak vor allem als kritischer Fragesteller im Pressefoyer nach dem Ministerrat sowie in der Fernseh-"Pressestunde" bekannt.

Im Mai 1996 erlitt Nowak während einer Dienstreise in Washington einen Schlaganfall, im März 1997 schied er aus der APA aus. Die Erfahrungen mit dieser Katastrophe hat Nowak in dem Buch "Leben mit dem Schlaganfall" (Molden-Verlag) verarbeitet. "Das Dezennium in der APA war das spannendste und lehrreichste meines Lebens", erklärte Nowak. "Jeder Tag war eine Herausforderung und einmalige Gelegenheit, die gesamte Breite des Geschehens national und international am Puls der Zeit miterleben zu können." Dem Vorstand und Aufsichtsrat der APA dankte Nowak für diese Chance.

Er habe die APA immer als "unabhängige Nachrichtenagentur in einer offenen Gesellschaft im Sinne Sir Karl Poppers" gesehen, so Nowak. Den Abschied von der APA nach seinem Schlaganfall beschrieb er als "nicht einfach und nicht gänzlich freiwillig". Im Nachhinein gesehen sei er aber die Voraussetzung für seine Rehabilitation und Genesung gewesen sowie dafür, dass er heute als freier Journalist und "Bildungsbürger" leben könne. Die Auszeichnung gelte jedenfalls nicht ihm allein, sondern schließe Mitarbeiter und Familie ein, sagte Nowak im Bundeskanzleramt, wo neben Angehörigen und engen Freunden zahlreiche Prominente aus Politik und Presse sowie frühere Kollegen gratulierten. (APA)