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Rade Markovic

Foto: REUTERS/GORAN TOMASEVIC

Belgrad - Drei Beschuldigte für das Attentat auf den früheren serbischen Oppositionsführer Vuk Draskovic sind am Donnerstag in Belgrad zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Der ehemalige Chef des serbischen Geheimdienstes, Rade Markovic, wurde zu sieben Jahren und zwei Ex-Polizisten zu je 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Die beiden Polizisten waren die unmittelbaren Täter, Markovic soll den Anschlag nicht angeordnet, sondern lediglich Beweise versteckt haben, hieß es im Urteil.

Der Staatsanwalt hatte 40 Jahre Haft gefordert, die Verteidigung einen Freispruch. Im Herbst 1999 waren bei einem fingierten Verkehrsunfall nahe Belgrad vier Mitarbeiter von Draskovic getötet und er selbst nur leicht verletzt worden. Nach der Verkündung des Urteils kam es im Gerichtssaal zu Tumulten, weil die Familien der Opfer mit den Strafen unzufrieden waren.

Draskovic beschuldigt Milosevic

Draskovic hatte im Vorfeld wiederholt den jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic und dessen Frau Mira Markovic direkt für den Mordüberfall verantwortlich gemacht. Markovic befindet sich seit Februar 2000 wegen anderen Anklagen in Haft. Im Juni des Vorjahres hatte er vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal im Prozess gegen Milosevic ausgesagt, wobei er sichtlich bemüht war, Milosevic zu entlasten. (APA)