Den Haag - Ein Selbstporträt von Rembrandt (1606-1669), das unter später aufgetragenen Farben verborgen war, wird seit Donnerstag im Amsterdamer Museum Rembrandthuis gezeigt. Das Bild aus dem Jahr 1634 war vor einigen Jahren bereits geprüft und zunächst nicht als Original des holländischen Malers bestätigt worden. Nach der Entfernung von Übermalungen sei das Originalwerk jetzt zum Vorschein gekommen, teilte das Museum mit. Über den privaten Eigentümer des Gemäldes wurden keine Angaben gemacht.

Experten der Rembrandt-Forschungsgruppe sind davon überzeugt, dass die Signatur echt ist und von dem damals 28-jährigen Maler auf die noch nasse Farbe gesetzt wurde. Der Hintergrund und jetzt sichtbar gewordene Teile des Bildes seien als typisch für den Künstler erkannt worden, hieß es weiter. Ein Teil früherer Übermalungen war bereits nach 1935 beseitigt worden.

Licht auf den Wangen des Porträtierten

Der Restaurator Martin Bell, der in dreijähriger Arbeit das Original freigelegt hat, war über einige Details besonders begeistert. So habe der für seinen besonderen Umgang mit dem Licht bekannte Maler auf sehr subtile Weise auch dargestellt, wie das Licht von einer Wand zurückgeworfen wird und auf die Wangen des Porträtierten fällt. "Dies ist ein Rembrandt, den wir so nicht kannten", sagte er. Nach seinen Angaben galt das Bild schon Anfang des vorigen Jahrhunderts unter Kennern als Rembrandt-Werk, der Nachweis der Echtheit sei aber erst jetzt gelungen. (APA/dpa)