Die Deutsche Telekom, die sich erst Anfang der Woche von ihrem Kabel-TV-Netz getrennt hat, wird voraussichtlich Ende September mit interaktivem Fernsehen via Telefonkabel starten. Dies kündigte der Vorstand der Deutsche Telekom-Tochter T-Online, Thomas Holtrop, am Donnerstag bei der internationalen Pressekonferenz in Berlin an. Dabei soll das bereits laufende Breitbandinternet-Portal T-Online Vision erweitert und auf das Fernsehgerät gebracht werden.

Start auch in Österreich möglich

Ein Sprecher von T-Online schloss auf Anfrage einen Start eines interaktiven Fernsehangebots auch in Österreich nicht aus. Schon jetzt ist das Unternehmen mit seiner Internet- und Portaltochter T-Mobile Austria in der Alpenrepublik vertreten. Mit digitalem Fernsehen wird der T-Konzern außerhalb Deutschlands allerdings nicht vor 2004 anbieten. Auch die Telekom Austria arbeitet derzeit an einem ähnlichen Angebot. Tests sind bereits angelaufen.

Video on Demand

Konkret wird die Deutsche Telekom unter interaktivem Fernsehen zum einen Filme auf Abruf (Video on Demand) in DVD-Qualität, zum anderen aber auch klassische Internet-Produkte wie E-Mail oder Informationsseiten - im Internet unter T-Zones bekannt - mit Unterhaltung, Nachrichten, Sport, Finanzinformation sowie auch Kino- oder Konzertkartenbestellung offerieren. Darüber hinaus bietet die neue Technologie auch einen digitalen Videorecorder, der auch von unterwegs aus via Handy programmiert werden kann.

In Zusammenarbeit mit den Fernsehsendern ist auch eigentliches interaktives Fernsehen geplant, bei dem sich die Zuschauer direkt an laufende TV-Sendungen - etwa Quiz-Shows oder Talk-Runden - beteiligen können.

ADSL und Set-Top-Box

Der Kunde benötigt für das interaktive Fernsehen lediglich einen herkömmlichen Breitbandinternetanschluss (ADSL) sowie eine so genannte Set-Top-Box, die über den Handel verkauft werden soll. Weitere Details will die Deutsche Telekom im März auf der Computermesse CeBIT bekannt geben. Mit dem kommerziellen Angebot will der T-Konzern nach der internationalen Funkausstellung (29. August und 5. September) starten.

Die "Killerapplikation" beim Fernsehen werde auch weiterhin das Fernsehen selbst bleiben, das Angebot werde aber um multimediale und interaktive Angebote erweitert, erläuterte Holtrop weiter. Bereits jetzt würden 8 Prozent vom Zeitkuchen der täglichen Mediennutzung für Internet aufgewandt, 11 Millionen Kunden haben laut Holtrop einen Zugang zu den T-Online-Angeboten. Mit interaktiven Fernsehen werde das Angebot auf die 36 Millionen deutschen TV-Haushalte ausgedehnt, so der T-Online-Vorstand.(APA)