London - Der von acht europäischen Staats- und Regierungschefs unterzeichnete Aufruf zur Unterstützung der USA in der Irak-Krise ist dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem französischen Präsidenten Jacques Chirac nicht vorgelegt worden. Dies bestätigte der Sprecher des britischen Premierministers Tony Blair am Donnerstag in London. Alistair Campbell bestritt zugleich, dass mit dem von Blair und dem spanischen Ministerpräsidenten José María Aznar initiierten Appell bewusst eine "Spaltung" der EU beabsichtigt gewesen sei.

"Ein Recht auf ihre Meinung"

Im Hauptpunkt - der Abrüstung von Saddam Hussein - seien sich alle EU-Mitglieder einig, meinte der Blair-Sprecher. Frankreich und Deutschland hätten "ein Recht auf ihre Meinung". In Anspielung auf die unterschiedlichen Positionen fügte er hinzu: "Lassen Sie uns nicht so tun, als ob alle Länder in allen Nuancen dieser Debatte dieselbe Position verträten. Dem ist nicht so."

Der britische Premier Blair sprach am Donnerstag nach einer offiziellen Mitteilung mit US-Präsident George W. Bush am Telefon über die Irak-Krise. Blair will am Freitag auf dem Präsidentenlandsitz Camp David mit Bush konferieren. Zuvor macht er am Donnerstagabend in Madrid bei Aznar Station. (APA/dpa)