Wien/Linz - Immer weniger Frauen kehren nach der Karenz ins Berufsleben zurück. Zu diesem "ernüchternden Ergebnis" kommt die Arbeiterkammer (AK), die dazu eine bundesweite Studie in Auftrag gegeben hat. Noch 1997 fing fast ein Drittel der Mütter (32,2 Prozent) nach der Babypause wieder an, in der Privatwirtschaft zu arbeiten. Vier Jahre später, 2001, ging der Anteil um vier Prozentpunkte auf ein gutes Viertel (28,4 Prozent) zurück. Für diese Studie wurden die Daten des Hauptversicherungsverbandes von Frauen, deren Karenz 2001 endete, ausgewertet.

Immer mehr Mütter geringfügig beschäftigt

Aber nicht nur der Anteil der Wiedereinsteigerinnen ist gesunken. Auch die Zahl derer, die eine voll versicherte Arbeit aufgenommen haben, ging zurück. So sind immer mehr Mütter nur geringfügig beschäftigt. Zwischen 1997 und 2001 stieg der Anteil der geringfügig Beschäftigten von 19,5 auf 21,2 Prozent.

Vor allem in der Branche der Wirtschaftsdienste, zu der etwa die Reinigungsfirmen zählen, ist die so genannte Standardbeschäftigung mittlerweile die Ausnahme. 60 Prozent der Wiedereinsteigerinnen, die putzen gehen, sind geringfügig Beschäftigte.

Allein im öffentlichen Dienst sind es 83 Prozent

Wesentlich besser hingegen sieht das Bild beim öffentlichen Dienst aus. Hier kehrten 83 Prozent der Frauen nach der Babypause in ein "reguläres" Dienstverhältnis zurück. Generell, so ergab die Auswertung, gelte: Je besser die Qualifikation der Frauen, desto höher auch die Rückkehrquote in einen guten, voll versicherten Job.

Es fehlt an flexiblen Betreuungsplätzen

Insgesamt, die höhere Rückkehrquote der Beamtinnen berücksichtigend, bleiben 40,9 Prozent der Mütter nach der Karenz zu Hause. Den Schluss, den die Frauenredaktion in der Arbeiterkammer Oberösterreich daraus zieht: "Die Qualität der für die Wiedereinsteigerinnen verfügbaren Arbeitsplätze nimmt ab." Außerdem fehle es an flexiblen Betreuungsmodellen für die Kinder. Das gelte sowohl für die Öffnungszeiten als auch für die Tarife. (Kerstin Scheller, DER STANDARD Printausgabe 30.1.2003)