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Cheftrainer Mandl glaubt an österreichische Damen-Erfolge

Foto:APA/Spiess

Fritz Neumann

Nassfeld/Wien - Herbert Mandls Problem war vergleichsweise gering. Elf Damen hat der Cheftrainer aufstellen dürfen für St. Moritz und die WM, das hat er geschafft. Mandl wäre auch mit einem etwas kleineren Kontingent ausgekommen, nur hätte das den Herren auch nicht geholfen, die dürfen nicht mehr als 16 sein, Josef Strobl wäre so oder so auf der Strecke geblieben. "Uns fehlt teilweise die mannschaftliche Geschlossenheit", sagt Mandl und meint etwa den Super-G, mit dem die Damen am Montag in die WM starten. "Da fehlt uns eine gleichwertige Vierte." Brigitte Obermoser war in sechs Rennen nie unter den Top-15 und bekommt einen WM-Startplatz.

Die Entwicklung der ÖSV-Damen in den technischen Disziplinen bewertet Mandl positiv. "Da wird motiviert und gut gearbeitet. Wenn uns auch der eine oder andere Sieg der Arrivierten fehlt." Doch könne man im Slalom und im Riesenslalom von Kompaktheit, von einer Dichte reden, die in den schnellen Disziplinen manchmal abgehe. An zwei Läuferinnen übt Mandl direkte Kritik, an Selina Heregger und Tanja Schneider. "Die bleiben bis jetzt weit, weit unter ihren Möglichkeiten. Sie kriegen beste Bedingungen geboten, müssen jetzt selbst schauen, was sie daraus machen. Es wird Zeit, dass sich die eine oder andere beim eigenen Schopf packt." Probleme mit dem Material, wie sie sowohl von Heregger wie auch von Schneider angeführt werden, lässt Mandl nicht gelten. "Solche Probleme muss man früher bewältigen."

Realistisch? "Realistisch ist eine Medaille in jeder Disziplin." Zwei oder drei Läuferinnen pro Bewerb kämen für einen Spitzenplatz infrage, sagt Mandl. Auch im Super-G. "Die Michi Dorfmeister hatte und hat das Potenzial, jeden Super-G zu gewinnen. Nur sind ihr halt bis jetzt immer wieder blöde Fehler passiert." Alexandra Meissnitzer: "Sehr gute und sehr schlechte Leistungen. Will immer das Maximum." Renate Götschl? "Ein sensationelles Comeback." Obermoser: "Hat sich weiterentwickelt, aber den ganz sauberen Carving-Schwung noch nicht ganz heraußen."


Auf der Jagd

Der ÖSV stellt in keiner Disziplin eine Topfavoritin, das muss laut Cheftrainer Mandl kein Nachteil sein. Man wird eher jagen als gejagt werden. "Wir stehen nach außen hin nicht so stark unter Druck." Nach innen hin schon. "Weil ich mir", sagt Mandl, "sehr viel erwarte." (DER STANDARD, Printausgabe, 31.01.2003)