Darmstadt - Nach einer Untersuchung des Fraunhofer Institut für integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) steht dem Einsatz von Wasserzeichen in Radiosendungen nichts mehr im Wege. Bei einem Versuch mit dem Darmstädter Lokalsender RADAR wurde eine Radiosendung mit Wasserzeichen unterschiedlich stark markiert. Zum Einsatz kam dabei ein Algorithmus vom Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen (IIS) und eine Entwicklung des IPSI-Spin-offs Platanista. Stark eingebettete Wasserzeichen konnten zu hundert Prozent wieder ausgelesen werden. Aber auch nicht hörbare Signaturen überstanden in den meisten Fällen die Übertragung und konnten mit einem Notebook mit speziellem Programm und Radiokarte wieder ausgelesen werden.

"Uns ging es vor allem darum, die technische Durchführbarkeit von Wasserzeichen in Radiosendungen zu beweisen", erklärte Pressesprecher Michael Kip gegenüber pressetext.austria. "Die Wasserzeichen lassen sich mit Standardtechniken aus Radioprogrammen oder Tonspuren von TV-Übertragungen auslesen." Damit ist das System billig genug, um auch in kleinen Redaktionen zum Einsatz zu kommen. Fraunhofer IPSI will das System auf der CeBIT 2003 im größeren Rahmen präsentieren.

Das Wasserzeichen kann zusätzliche Informationen wie Kundennummer, Sendernamen oder dem Namen des Künstlers während des Betriebs eingefügen und wieder auslesen, ohne die Tonqualität "hörbar" zu beeinträchtigen. Die Einsatzgebiete der Technologie sind vielfältig, so das Fraunhofer-Institut. Zum Einen ermöglicht die Technologie einfache Mechanismen zur Kontrolle von Übertragungen wie bei der Protokollierung von Radiospots. Zum Anderen sind Mehrwertdienste denkbar, die Zusatzinformationen über Musikstücke oder Radiosendungen bieten. (pte)