Bild nicht mehr verfügbar.

Gusenbauer: "Wir brauchen nicht so lange wie die ÖVP, wir sind seit mehr als einer Woche bereit zu Koalitionsverhandlungen"

Foto: REUTERS/Herwig Prammer

Vösendorf - Die niederösterreichischen Sozialdemokraten haben als erste Partei ihren Wahlkampf für die Landtagswahl am 30. März gestartet. Bei der Auftaktveranstaltung Donnerstagabend in der Event-Pyramide in Vösendorf (Bezirk Mödling) nahm Bundesparteivorsitzender Alfred Gusenbauer zur Regierungsbildung Stellung. 1,8 Millionen Wähler hätten der SPÖ das Vertrauen geschenkt - daher sei man bereit für eine rot-weiß-rote Reform, um Österreich sozialer, moderner und gerechter zu gestalten.

"Wir brauchen nicht so lange wie die ÖVP, wir sind seit mehr als einer Woche bereit zu Koalitionsverhandlungen", so Gusenbauer unter Hinweis darauf, dass er am Freitag zwölf Initiativen für ein modernes Österreich vorlegen werde. Die bisherigen Sondierungsgespräche, die wenig Neues gebracht hätten, verglich der Parteichef mit dem vorsichtigen Paarungsverhalten von Igeln.

An Problemen in Niederösterreich führte Gusenbauer die Verkehrsproblematik an: Zum einen stünden die Pendler täglich im Stau, zum anderen müsste die Infrastruktur in den Grenzregionen weiter entwickelt werden: "Hier hat der Landeshauptmann (Erwin Pröll, V) lange geschlafen."

An die Adresse all jener, die die NÖ Wahl schon für geschlagen halten, stellte Gusenbauer fest: "Es sind schon Hausherren gestorben." Und weiter: "Wir alle gemeinsam werden dafür sorgen, dass am 30. März ein gutes Ergebnis für Niederösterreich erzielt wird."

Onodi: "Ziel, stärker zu werden"

"Wir sind noch nicht zufrieden." Das sei der Unterschied zur ÖVP, die "sich selbst feiert" und der der Status Quo reiche, sagte SP-NÖ-Spitzenkandidatin und Landesparteivorsitzende Heidemaria Onodi unter Hinweis auf die derzeit hohe Zahl von 50.000 Arbeitslosen im Bundesland. Der Schaffung von Arbeitsplätze räume die SP-NÖ höchste Priorität ein, so Onodi Donnerstagabend beim Wahlkampfauftakt für die Landtagswahl.

Auch wenn - nach einem Zitat Bruno Kreiskys - Dankbarkeit keine Kategorie in der Politik sei, betonte Onodi die wesentlichen Beiträge, die die Sozialdemokraten seit langem u.a. in den Ressorts Gesundheit, Soziales und im Bereich der Regionalisierung leisteten. Das Ziel für den 30. März laute daher, "stärker zu werden: Weil jede Stimme, die wir bekommen, unsere Position im Landtag und in der Landesregierung stärkt."

Der Mödlinger LAbg. Hannes Weningerkritisierte Landeshauptmann Erwin Pröll: "Der Landeshauptmann streichelt jeden Hund, eröffnet jeden Kreisverkehr und küsst jede Weinkönigin." (APA)