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Berlin: Streiken hier, warten dort.

foto: reuters/wiegmann

Berlin - Ein Warnstreik der deutschen Gewerkschaft Verdi hat am Freitag die drei Berliner Flughäfen Tegel, Tempelhof und Schönefeld für längere Zeit lahm gelegt. Ein Verdi-Sprecher sagte, mehr als 100 Flüge seien entweder gar nicht oder mit deutlicher Verspätung gestartet. Ein Sprecher der Berlin-Brandenburg Flughafen-Holding (BBF) sprach von 82 Flügen allein in Tegel, dem Schwerpunkt des Ausstands.

Insgesamt seien in der Früh weit über 5.000 Passagiere betroffen gewesen. Die durch den Streik aufgebauten Verspätungen zögen sich bis in den Nachmittag hinein und betrügen bis zu einer Stunde, so dass weitere Flüge und Passagiere betroffen seien. Verdi wollte mit dem Ausstand die Forderung nach "drei plus x" Prozent mehr Lohn für die rund 1.650 Beschäftigten der BBF durchsetzen. Die nächste Tarifrunde ist für den 11. Februar geplant.

Der Verdi-Sprecher sagte, am Streik hätten sich rund 400 Beschäftigte beteiligt, darunter Mitarbeiter der Flughafen-Feuerwehr und Busfahrer, praktisch die ganze Frühschicht. "Von sechs bis neun (Uhr) waren alle drei Flughäfen dicht." Betroffen waren Verdi zufolge neben Inlandsflügen auch Verbindungen ins Ausland, etwa nach Paris, Mailand, Zürich, Brüssel, Wien, Amsterdam und Warschau. Dabei zögen sich die Ausfälle quer durch nahezu alle Fluggesellschaften, darunter die Lufthansa, Air France, Deutsche BA, Alitalia, Swiss und LOT.

Der zuständige Verdi-Sekretär Holger Rößler sagte, der Warnstreik sei ein starkes Signal an die Arbeitgeber mit Blick auf die weiteren Verhandlungen gewesen. Verdi wirft der BBF vor, ihr Tarifangebot bedeute faktisch eine Nullrunde. Die angebotene prozentuale Erhöhung der Einkommen werde durch Abstriche etwa beim Urlaubsgeld wieder kompensiert. Die Tarifverhandlungen seien nach drei Runden festgefahren. "Wir erwarten, dass die Arbeitgeber am 11. (Februar) etwas auf den Tisch legen."

Der BBF-Sprecher sagte, die Geschäftsleitung der Flughafen-Holding habe ihre Bereitschaft erklärt, ihr bisheriges Angebot zu modifizieren, aber nicht im Gesamtvolumen. "Das gibt die Geschäftslage der Firma einfach nicht her", sagte er. Im Gegensatz zu Beschäftigten an anderen Großflughäfen in Deutschland gehören die BBF-Mitarbeiter nicht zum öffentlichen Dienst, sondern fallen unter einen Konzerntarifvertrag. (APA/Reuters)