Zürich - Ein Rechtsanwalt aus Chur hat Freitag Strafanzeige gegen die Verantwortlichen einer Inseratenkampagne der Zürcher SVP in Schweizer Medien eingereicht. Die Zeitungsinserate verstoßen laut Meinung des Anwalts gegen die Antirassismus-Strafnorm. In den Inseraten, die seit November unter anderem in der "Neuen Zürcher Zeitung" und der "Zürichsee-Zeitung" erschienen sind, wird die ausländische Bevölkerung ins Visier genommen. Laut dem SVP-Text fallen die Ausländer den Sozialwerken zur Last.

Neben einer Zeichnung, auf der ein Mann in einer aus einer Schweizer Fahne gemachten Hängematte liegt, ist die Rede von "Einschleichern", die auf Kosten der Steuerzahler "schlaraffen". Damit würden 20 Prozent der Bevölkerung diskriminiert und beleidigt, sagte der Anzeigeerstatter Jean-Pierre Menge. Dagegen wolle er ein Zeichen setzen, denn die Schmerzgrenze sei überschritten. Menge kritisierte auch die Zeitungen, die das Inserat erschienen ließen: Auch deren zuständige Mitarbeiter müssten in die Verantwortung genommen werden. (APA/sda)