Linz - Mit der Verurteilung von drei Türstehern und dem Freispruch für den "Chef" endete in der Nacht zum Freitag ein Prozess, dessen Schauplatz eine Discothek im oberösterreichischen Mühlviertel war.

Die Verhandlung hatte um 22.00 Uhr begonnen, kurz nach Mitternacht verkündete Richter Walter Eichinger in dem Tanztempel die Urteile.

Die drei Türsteher und der Lokalchef waren wegen Körperverletzung und schwerer Körperverletzung angeklagt. Es ging darum, dass in der Disco betrunkene Gäste "unsanft" aus dem Lokal befördert und dabei verletzt worden waren. Dies soll in insgesamt sechs Fällen passiert sein. Die Gäste erlitten Prellungen, Abschürfungen und auch Knochenbrüche.

In der ersten Hauptverhandlung hatten die Angeklagten sich für schuldlos erklärt, sie beteuerten, es sei nie zu Tätlichkeiten gekommen. Zeugen belasteten die Angeklagten allerdings. Die Verteidiger beantragten schließlich einen "Lokalaugenschein", damit geklärt werden könne, was die Zeugen überhaupt gesehen haben konnten. Daraufhin wurde die Verhandlung vom Richter aus Gründen der "authentischen Verhältnisse" für 22.00 Uhr in der Disco anberaumt.

Die Türsteher erhielten jeweils vier Monate bedingte Haft sowie unbedingte Geldstrafen zwischen 1.400 und 2.400 Euro. Der Freispruch des Disco-Inhabers erfolgte, weil diesem kein Tatzusammenhang nachzuweisen gewesen sei, so der Richter. Die Verurteilten nahmen sich Bedenkzeit, seitens der Staatsanwaltschaft wurde keine Erklärung abgegeben. Die Urteile sind damit noch nicht rechtskräftig. (APA)