Frankfurt - Die Leistungsbilanz der Euro-Zone hat von Jänner bis November 2002 einen kräftigen Überschuss aufgewiesen nach einem Defizit im Vorjahr.

In den ersten elf Monaten habe die Bilanz von Handel, Dienstleistungen, Einkommen und Übertragungen ein Plus von 53,9 Mrd. Euro erreicht nach einem Minus von 16,1 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum, teilte die EZB am Freitag in Frankfurt mit. "Diese Veränderung, die rund einem Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts der Euro-Zone entspricht, resultierte aus einem kräftigen Anstieg der Handelsbilanz."

Der Überschuss im Warenhandel stieg von Jänner bis November auf 122,1 Mrd. Euro von 65,4 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Importe nahmen dabei mit 4,1 Prozent stärker ab als die Exporte zunahmen, die um 2,1 Prozent höher lagen als vor Jahresfrist. Allein im November erhöhte sich der Überschuss in der Handelsbilanz zum Vorjahr um 4,8 Mrd. auf 13,6 Mrd. Euro.

In der Kapitalbilanz verzeichnete die Euro-Zone im November einen Nettozufluss aus Direkt- und Wertpapierinvestitionen von 13,6 Mrd. Euro nach 31,6 Mrd. Euro im November 2001 und einem Überschuss von 14,4 Mrd. Euro im Oktober. Auffällig sei dabei der kräftige Nettozufluss von 16,1 Mrd. Euro in Aktien-Portfolios gewesen. Auch bei Anleihen wurden Nettozuflüsse verzeichnet, während es bei kurzfristigeren Geldmarktanlagen zu kräftigen Abflüssen kam.

Die Wertpapieranlagen von Investoren außerhalb der Euro-Zone trugen im vergangenen Jahr zur kräftigen Erholung des Euro bei. Der Kurs der Gemeinschaftswährung stieg im November zum zweiten Mal im vergangenen Jahr über einen Dollar. Seit Anfang Dezember hat sich der Kursanstieg des Euro beschleunigt auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren bei 1,09 Dollar in der vergangenen Woche. (APA/Reuters)