Moskau - Ungeachtet westlicher Kritik hat sich der russische Präsident Wladimir Putin für das Verfassungsreferendum in Tschetschenien am 23. März ausgesprochen. Die Volksbefragung solle fristgerecht durchgeführt werden, betonte Putin am Freitag in Moskau. Der Tschetschenien-Berichterstatter im Europarat, Lord Judd, hatte am Vortag sein Amt niedergelegt. Er konnte sich mit seiner Forderung, das Referendum wegen der Sicherheitslage im Krisengebiet zu verschieben, in der Parlamentarischen Versammlung nicht durchsetzen.

Putin wies den Inlandsgeheimdienst FSB an, während des Referendums für die Sicherheit in der Kaukasusrepublik zu sorgen. Der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Wladimir Ruschailo, hatte am Vortag erklärt, es sei "noch nicht vollständig gelungen, die Kommandostrukturen der Rebellengruppen zu zerschlagen und das kriminelle Tun vieler ihrer Führer zu unterbinden".

Der von Putin gebilligte Verfassungsentwurf sieht die Bildung einer Präsidialrepublik unter der Führung Moskaus vor. Der Kreml setzt dabei auf die Mitwirkung loyaler Tschetschenen und schließt Verhandlungen mit den Rebellen aus. (APA/dpa)