Salzburg - Eine der wichtigsten Premieren der aktuellen Spielzeit steht am 22. Februar im Salzburger Landestheater auf dem Spielplan. "Der Dichter und sein Diktator" aus der Feder der Salzburger Musikerin und Theaterautorin Maria G. Hofmann wird in der Inszenierung von G.H. Seebach uraufgeführt. Die Hauptrolle wird Mathieu Carriere spielen. Hofmann thematisiert in ihrem Stück das Verhältnis zwischen Kunst und Macht anhand des russischen Schriftstellers Michail Afanasjewitsch Bulgakow.

Hofmann lässt den Schriftsteller Bulgakow auf den Komponisten Dimitri Schostakowitsch treffen, der ebenfalls in den Strudel der Macht geraten ist. Bulgakow, der Lebemann, Zyniker, Snob und Frauenheld, kokettiert mit der Macht, ist fasziniert und abgestoßen zugleich. Er weiß, dass jedes Wort, das er in seinem Schlüsselroman "Der Meister und Margarita" schreibt, über Heiligsprechung oder Verdammung durch Stalin entscheiden kann. In dieser Allegorie über Kunstfreiheit und machtpolitische Zwänge lässt Hofmann "ihren" Bulgakow zudem zwischen vier Frauen schwanken, was das äußere und zugleich das innere Dilemma dieses Ausnahmetalentes verdeutlicht. "Der Dichter und sein Diktator" ist keine historisch korrekte Biografie, sondern eine frei gestaltete Anlehnung an die Lebensgeschichte des Schriftstellers.

Einen Star des europäischen Films hat Intendant Lutz Hochstraate für die Hauptrolle geangelt. Der in Hannover geborene Mathieu Carriere wird diese übernehmen, weil er, so Hochstraate, "Bulgakow-Kenner ist und sofort von der Rolle begeistert war." Die vier Frauen werden von Britta Bayer, Alexandra Tichy, Gudrun Tielsch und Hanne Rohrer verkörpert. Gerhard Peilstein wird Schostakowitsch spielen, auch Peter Pikl, Michael Kolnberger und Hans Jürgen Bertram werden zu sehen sein. Inszeniert wird diese Uraufführung von G.H. Seebach, der in Salzburgs Theaterlandschaft mit Grillparzers "Libussa" oder Goethes "Iphigenie auf Tauris" bereits deutliche Spuren hinterlassen hat. Bernd Dieter Müller baut bereits am Bühnenbild, und Annette Zepperitz schneidert die Kostüme. (APA)