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Leipzig - Der plötzliche Kindstod wäre in fünfzig bis neunzig Prozent der Fälle zu vermeiden. Wie die Leiterin des Schlaflabors an der Medizinischen Klinik der Universität Leipzig, Andrea Bosse-Henck, erklärt, müssten Eltern folgende Grundsätze beachten: Babys sollten auf dem Rücken schlafen. Das Bettchen sollte am besten im Schlafzimmer der Eltern stehen, die Matratze fest sein und der Säugling nicht zu warm eingepackt werden.

Optimal wäre ein Schlafsack oder zumindest eine Decke, die das Kind sich nicht über den Kopf ziehen kann, empfiehlt die Medizinerin. Generell sollten keine Kopfkissen, Kopfbedeckungen, Windeln oder Tücher im Hals-, Kopf- und Brustbereich des Kindes liegen. Zudem dürften werdende Mütter nicht rauchen, auch nach der Geburt sollte Zigarettenrauch in der Umgebung des Kindes tabu sein. Die Raumtemperatur müsste zwischen 16 und 18 Grad liegen, rät Bosse-Henck.

Der plötzliche Kindstod gibt Medizinern nach wie vor Rätsel auf. Die Babys sterben im Schlaf an einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen. Der Großteil der Opfer ist zwischen zwei und vier Monaten alt, sechzig Prozent sind Buben. Obwohl die Zahl der Fälle in Deutschland seit 1990 von rund 1.300 auf 600 pro Jahr gesunken ist, ist der Säuglingstod dort noch immer die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr. (APA/AP)