Belgrad/Podgorica - Der Anwärter auf das Amt des ersten Staats- und Regierungschefs des neuen Staatenbundes Serbien und Montenegro, Svetozar Marovic, hat eine neue Regierungskoalition auf gesamtstaatlicher Ebene angekündet. Der neuen Regierung werde die Demokratenpartei der Sozialisten (DPS), der auch der montenegrinische Ministerpräsident Milo Djukanovic und Marovic selbst angehören, und der Demokratischen Opposition Serbiens (DOS) zusammensetzen, erklärte Marovic gegenüber der Tageszeitung "Vjesti" (Freitagsausgabe). Die neuen Bündnispartner wollen laut Marovic auch ein regelrechtes Koalitionsabkommen abschließen.

Die serbische Regierungskoalition war seit der Machtübernahme im Oktober 2000 in der jugoslawischen Regierung in einer Koalition mit dem einstigen Bündnispartner von Slobodan Milosevic, der montenegrinischen Sozialistischen Volkspartei (SNP) vertreten. Die SNP ist in Montenegro seit Jahren die größte Oppositionspartei. Die größte montenegrinische Regierungspartei, die DPS, hatte sich seit 1998 nicht mehr an den föderalen Institutionen, das Militär ausgenommen, beteiligt.

Die neue gesamtstaatliche Regierung wird nur fünf Minister haben. Neben dem Präsidentenamt sollen Montenegro auch zwei Ministerposten zufallen. Die Bundesrepublik Jugoslawien wird offiziell zum neuen Staatenbund werden, wenn die Verfassung vom jugoslawischen Parlament beschlossen und verkündet wird. Ein Termin für die Sondersitzung des föderalen Parlamentes steht zur Zeit allerdings noch nicht fest. (APA)