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Wien - Die Geschichte der Medien und der Informationsübertragung von der Postkutsche bis zu innovativen technischen Entwicklungen der Gegenwart und Zukunft erarbeitet das Technische Museum in Wien in seiner Ausstellung "medien.welten", die in genau sechs Wochen eröffnet wird und am Freitag erstmals den Journalisten präsentiert wurde. Auf 2.500 Quadratmetern entsteht eine Schau, die interaktiv und haptisch orientiert Medientechnologie, Kommunikationsvernetzung und deren gesellschaftspolitische Aspekte thematisiert. Die "medien.welten" werden Teil der stetigen Präsentation des Museums.

Mit historischen Exponaten (wie der Buchdruckmaschine Josefs II.), Medienstationen und interaktiven Installationen, einem "digitalen Raum" mit Laboratoriumscharakter sowie neuartigen Technologien sollen "komplexe Zusammenhänge einfach verstehbar gemacht werden", schilderte Direktorin Gabriele Zuna-Kratky. Mit der Art der Präsentation, vor allem der Interaktivität und dem Ausblick auf die Technologien der Zukunft, will man "weg vom Image des verstaubten Museums" ("medien.welten"-Projektleiter Otmar Moritsch). Die Entwicklung der Schau läuft schon seit rund drei Jahren.

Datenspeicherung und Datenübertragung

Datenspeicherung, von der Entstehung des Buchdrucks bis zu weltweiten Onlinearchiven, sowie Datenübertragung, von Boten und Postkutschen bis zum Internet, sind auch räumlich die zwei Hauptstränge der Schau, die schließlich in der digitalen Welt konvergieren.

Präsentiert wurden unter anderem zwei Installationen mit computergenerierten Großprojektionen, die sich den beiden Hauptthemengebieten widmen. Auf digitalen Weltkugeln können über Laserpointer die großen Hauptstädte der vernetzten Welt angewählt werden. Über Internet-Informationskanäle gewonnene Informationen, wie Wetter, Theaterspielpläne, Webcambilder u. ä., werden sekundenschnell bei der einen der beiden Installationen zu einer optisch aufwändigen Informationswelt über diese Stadt zusammengefügt, in die die Museumsbesucher interaktiv weiter eintauchen können.

Widmet sich diese Installation der Aktualität und Gleichzeitigkeit, so steht bei der zweiten die Vergangenheit im Vordergrund: Aus den Archiven weltweiter Partner, unter anderem in Wien die APA - Austria Presse Agentur, die auch als Sponsor der Schau auftritt, kann gespeichertes Wissen bezogen werden.

Schattenseite

Am Scheitelpunkt der Themenstränge zeigt eine Installation, die eine neuartige holographische Projektionstechnik verwendet, auch die Schattenseiten der digitalen Welt: Der digital erfasste Ausstellungsbesucher wird in einem "magischen Spiegel aus projiziertem Licht" als Computerbild für alle sichtbar zum "gläsernen" Menschen. Wem das zu High-Tech-lastig ist, der soll unter anerem selber morsen können.

Um das erklärte Ziel, die Hälfte der Ausstellungskosten von rund sieben Millionen Euro aus Sponsorenmitteln zu lukrieren, zu erreichen, beschreitet das Technische Museum neue Wege: Die Generalpartner sind, im Gegensatz zu üblichen "Logo-Sponsoren" (Zuna-Kratky), in die Planung und Entstehung der Schau sowie in die zukünftige laufende Aktualisierung eingebunden. Nutzen ziehen wollen die Geldgeber aus einem "Abbau der immer noch verbreiteten Technikfeindlichkeit" und der Vermittlung von Medienkompetenz, so Vertreter der Unternehmen übereinstimmend. (APA)