Hamburg/Madrid/London - Schnee, Eis und heftige Stürme haben in weiten Teilen Europas ein Winterchaos ausgelöst. Tausende Unfälle auf spiegelglatten Straßen, von der Außenwelt abgeschnittene Dörfer, frierende Autofahrer in liegen gebliebenen Fahrzeugen: Binnen 24 Stunden gab es mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte, vielerorts brach der Verkehr zusammen.

Autobahnen in Deutschland lahmgelegt

Straßenglätte legte in Deutschland den Berufsverkehr von Rügen bis Bayern lahm. Autobahnen waren durch quer stehende Lastwagen blockiert. Für das Wochenende rechnete der Wetterdienst Meteomedia in Bochum mit neuem Schneefall in Deutschland. In Spanien galt fast im ganzen Land Unwetteralarm. Selbst an den Badestränden Mallorcas fiel Schnee.

Tausende Unfälle

Allein in Deutschland kam es zu Tausenden Unfällen, meistens blieb es jedoch bei Blechschäden. Einige Autofahrer in Baden- Württemberg saßen bis zu 18 Stunden in ihren Fahrzeugen fest. Hilfskräfte versorgten die Wartenden mit warmen Getränken und Suppe. Kaum Probleme hatten die Zugreisenden: Bei der Bahn kam es nur vereinzelt zu Verspätungen.

Ein Meter Schnee im Norden Spaniens

In der Nordhälfte Spaniens waren am Freitag mehr als 100 Dörfer nach heftigen Schneefällen von der Außenwelt abgeschnitten. In manchen Gegenden lag der Schnee nach Angaben des Rundfunks über einen Meter hoch. Die Region Kantabrien um die Hafenstadt Santander konnte auf dem Landwege nicht mehr erreicht werden.

Frankreich - stärkste Schneefälle seit vier Jahren

In mehreren Departements in Frankreich wurde der Lastwagenverkehr verboten. Auch Schulbusse durften nicht mehr fahren. Für die Pyrenäen gab der Wetterdienst Meteo France Lawinen-Warnungen aus. Die Schneefälle seien die stärksten der letzten vier bis fünf Jahre gewesen, teilte der Wetterdienst mit. Bei Limoges in Zentralfrankreich mussten in der Nacht auf Freitag mehr als 1.000 Menschen wegen quer stehender Lastwagen stundenlang auf einer Autobahn ausharren.

Verkehrschaos auch in Großbritannien, der Schweiz und in Belgien

Auch in Großbritannien, der Schweiz und in Belgien löste der erneute Wintereinbruch ein Verkehrschaos aus. Eine Vielzahl von Flügen fielen aus oder verspäteten sich. In Griechenland war es mit 14 Grad zwar wärmer, doch wurden wegen stürmischer Winde alle Fährverbindungen in der Ägäis eingestellt. Starke Regenfälle unterspülten Landstraßen und führten zu Verkehrsbehinderungen. (APA/dpa)