Wien - Ein turbulenter Polizeieinsatz hat am Freitag in Wien-Meidling für Aufsehen gesorgt: Zwei junge Männer suchten nach einem Überfall auf einen Postbeamten in einer Wohnung Zuflucht. Zunächst versteckten sie sich im WC, dann kommunizierten sie vom Wohnzimmerfenster aus mit der Exekutive. Die Feuerwehr hatte sicherheitshalber einen Sprungbalg aufgebaut. Doch die Verdächtigen dachten gar nicht daran, sich aus dem fünften Stock zu stürzen. Sie ließen sich zur Aufgabe überreden.

Ein erst 19-jähriger Briefträger war am Vormittag mit Pensionsgeldern in Höhe mehrerer zehntausend Euro unterwegs. Als er gegen 9.45 Uhr in einem Haus gerade Sendungen in die Briefkästen einordnen wollte, wurde der Postler plötzlich von einem Unbekannten mit beiden Händen von hinten gehalten. Der Komplize des Räubers entriss dem 19-Jährigen die Tasche, in der sich noch 10.550 Euro befanden.

Im Kasten war kein Platz

Das Opfer lief in ein Wettbüro und rief um Hilfe. Die Täter flüchteten in einen Bau ein paar Hausnummern weiter. Dort verhielten sie sich alles andere als unauffällig: Die Männer lärmten und klopften an Türen. Im fünften Stock öffnete ihnen eine Frau, die Verdächtigen drangen in die Wohnung ein. Als Versteck suchten sich die ungebetenen Besucher einen Kasten aus. "Da passt ihr nicht rein", erwiderte die Frau - und schlug die Toilette als Alternative vor.

Kaum hatten sich die Männer ins Klo gedrängt, suchte ihre "Gastgeberin" das Weite. Sie flüchtete zu einer Bekannten einen Stock tiefer. Dort alarmierte sie die Behörden.

Major Helmut Stacher nahm Kontakt zu den Räubern auf. Nach einer Zigarettenpause" (Stacher) öffneten sie die Tür und ergaben sich. Die Einvernahmen bezüglich des Motivs waren am Nachmittag noch nicht abgeschlossen. Die Beute wurde sichergestellt. (APA)