Wien - Die heimische Wirtschaft hat wenig Verständnis für Streikmaßnahmen oder andere gravierende Auswirkungen des Arbeitskonflikts zwischen AUA-Bordpersonal und Management. Angedrohte Störmaßnahmen würden durch umbuchende Fluggäste und Imageverluste volkswirtschaftlichen Schaden verursachen. Zudem seien auch Arbeitsplätze direkt gefährdet, wenn die AUA durch mangelnde Wettbewerbsfähigkeit Marktanteile verliere, teilte Wirtschaftskammer-Vizepräsident Adolf Moser am Freitag mit.

Ausstände oder andere Aktionen der Piloten würden auch Dienstleistungen am Flughafen aus dem Rhythmus bringen. Zudem sei zu "befürchten, dass die Gewerkschaft einen Keil in die AUA-Belegschaft treibt und es zu einer Spaltung zwischen Bord- und Bodenpersonal kommt". Mit der strikten Ablehnung einer zweiten Gehaltstabelle für neu eintretende AUA-Piloten erweise die Gewerkschaft HTV keinen guten Dienst, so Moser.

Dieser Vorwurf gehe ins Leere, kontert der Zentralsekretär der Gewerkschaft Handel, Transport, verkehr (HTV), Karl Lewisch: Die Verantwortung für den Konflikt liege beim AUA-Vorstand, der den Stein mit der Aufkündigung der Betriebsvereinbarung C-33 zu Jahresende ins Rollen gebracht habe. Diese Vereinbarung sicherte dem AUA-Personal einen fixen Anteil von 43 Prozent an allen Flügen der Austrian Airlines-Gruppe zu, der außer AUA noch die Töchter Tyrolean Airways und Lauda Air angehören, die wesentlich geringere Gehälter bezahlen. Schon jetzt habe der Vorstand mit seiner Haltung dem Unternehmen großen Schaden zugefügt, meint Lewisch.

"Gewerkschaftlicher Aktionismus" sei in Zeiten wie diesen nicht gefragt, meint dagegen Moser. Es wäre verantwortungslos, den erst kürzlich einsetzenden Aufschwung bei der AUA - die wie andere Airlines nach dem 11. September "an der Kippe" gestanden sei - wieder aufs Spiel zu setzen. Zudem könnte die angespannte Situation rund um den Irak zu neuen schweren Turbulenzen führen. (APA)