Vilnius - Das künftige EU-Mitglied Litauen setzt am Samstag strengere Visa-Bestimmungen für Bewohner der russischen Exklave Kaliningrad in Kraft. Bisher mussten die Bewohner bei Reisen zwischen Kaliningrad und dem russischen Mutterland an der Grenze zu Litauen lediglich ihren Personalausweis vorlegen. Künftig müssen sie einen detaillierten Reiseantrag ausfüllen. Bei der russischen Regierung stößt die Neuregelung auf Kritik.

Moskau befürchtet vor allem mit Blick auf die EU-Erweiterung eine zunehmende Isolierung Kaliningrads. Nach dem Beitritt Polens und Litauens 2004 wird das frühere Königsberg von EU-Gebiet umringt sein. Bisher hatte sich Russland gesträubt, nach der Erweiterung eine Visumspflicht für seine Bürger zu akzeptieren. Die EU ihrerseits fürchtet, dass ohne Visum die Zahl der Grenzübertritte ohne Einreiseerlaubnis dramatisch ansteigen würde.(APA/AP)