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Iraks Saddam Hussein im Blickpunkt.

foto: reuters/boyce

Wien - Die zunehmende Gefahr eines Irak-Krieges dürfte in dieser Woche auch die Wiener Börse in Atem gehalten haben: Im Wochenverlauf gab der ATX, der Index der 20 wichtigsten österreichischen Aktien, deutlich um 2,8 Prozent auf 1.153,99 Punkte nach.

Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. In den beiden Wochen davor hatte vor allem die Übernahmefantasie bei Titeln wie BBAG, Telekom Austria (TA) und Generali den Markt beflügelt und gegen den internationalen Trend für kräftig steigende Aktienkurse gesorgt.

Für die kommende Handelswoche sind die Erwartungen der Erste-Analysten verhalten. Nach den zuletzt auf breiter Front erfolgten Kursverlusten sei auf Grund des nun eingetrübten charttechnischen Bildes lediglich mit einer Seitwärtsbewegung zwischen 1.130 und 1.160 ATX-Punkten zu rechnen.

An erwarteten Unternehmensnachrichten stehen am nächsten Freitag die vorläufigen Geschäftszahlen des BBAG-Konzerns für 2002 an. Die Aktie des heimischen Getränkeriesen verlor in der abgelaufenen Woche 0,5 Prozent. BBAG hatten in der Vorwoche ein Allzeithoch bei 84 Euro markiert. Zuvor hatte das Unternehmen erstmals eingeräumt, dass es bei der Partnersuche auch zu einem Mehrheitsverkauf kommen könnte.

Die Spekulationen über den künftigen Auslandspartner der BBAG haben indes angehalten. Angeblich erwägt der niederländische Brauriese Heineken ein Angebot. Ein holländisches Blatt zitierte Heineken-Chef Anthony Ruys mit den Worten: "Wir sind im Prinzip an einem Deal interessiert." Ruys erwartet in naher Zukunft einen Bieterwettstreit um BBAG. In der Branche wird davon ausgegangen, dass neben Heineken auch South African Breweries, Carlsberg, Interbrew und Scottish & Newcastle Angebote legen.

Bei Index-Schwergewicht TA, wo zuletzt ein möglicher Einstieg der Swisscom Gegenstand von Spekulationen war, ging es mit dem Aktienkurs in der abgelaufenen Woche steil bergab. Die österreichische T-Aktie verlor fast 6 Prozent und notiert jetzt wieder im einstelligen Euro-Bereich. Neuigkeiten gab es zur TA-Mobilfunktochter: Mobilkom Austria konnte die Zahl der Kunden 2002 um fast 12 Prozent auf über 4,4 Millionen steigern und hat die Anteile an ihrer Kroatien-Tochter VIPnet von bisher 71 auf 80 Prozent erhöht.

Besonders markante Kursverluste von jeweils mehr als 8 Prozent setzte es in dieser Woche für die Aktien von VA Tech und Wienerberger. Schwach zeigten sich auch OMV und Erste Bank (beide stark im ATX gewichtet) mit einem Minus von 1,6 bzw. 1,3 Prozent. Erwähnenswerte Kursgewinne hatten lediglich AUA mit einem Wochenplus von knapp 6 Prozent und Mayr-Melnhof (plus 1,9 Prozent). (APA)