Paris - Wegen Mordes an sechs todkranken Patienten ist eine französische Krankenschwester zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht in Versailles folgte mit seinem Urteil am Freitag dem Staatsanwalt, der "mindestens zehn Jahre" für die 33-Jährige verlangt hatte. Mit ihr war erstmals in Frankreich eine Krankenschwester als "Todesengel" vor Gericht gestanden.

Ursprünglich waren der Frau sieben Morde zur Last gelegt worden. Ihr Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert und auf die in Frankreich neu entfachte Debatte über eine Sterbehilfe hingewiesen.

Die Krankenschwester ermordete ihre todkranken Patienten zwischen 1997 und 1998 im Krankenhaus Francois-Quesnay in Mantes-La-Jolie. Sie gab vor Gericht mehrere Fälle zu und sagte, aus Mitleid gehandelt zu haben, "um die Leiden der Kranken zu beenden". Familienmitglieder einiger Opfer bestritten allerdings, dass ihre Angehörigen einen Todeswunsch geäußert hätten. Gerichtspsychiater bescheinigten der 33-jährigen Angeklagten eine "morbide Faszination für Krankheit". (APA/dpa)