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Foto: REUTERS/Alexander Natruskin

Russland will nach jüngsten Worten seines Außenministers Igor Iwanow eine Konfrontation in der Irakfrage im UN-Sicherheitsrat vermeiden. Man werde "alle politischen und diplomatischen Mittel nutzen, um eine Situation zu vermeiden, in der es nötig wird, das Veto einzulegen".

Schon zuvor hatte Präsident Wladimir Putin anklingen lassen, dass es kein russisches Veto gegen eine zweite UN-Resolution geben werde. "Wenn der Irak den Waffeninspektoren Probleme bereitet, könnte Russland seine Position ändern und mit den USA andere Entscheidungen im UN-Sicherheitsrat ausarbeiten, nämlich härtere", sagte Putin vor wenigen Tagen am Rande einer Konferenz der GUS-Staaten in Kiew. Jeder Konflikt sei aber auf der Grundlage des internationalen Rechts und der UN-Beschlüsse zu lösen: "Diese Frage ist wichtiger als der Irak."

Putin bereite die russische Öffentlichkeit auf eine Unterstützung der USA im Kriegsfall vor, meinte dazu die renommierte Politologin Lilia Schewzowa vom Moskauer Carnegie-Zentrum. Ein genau geplantes Testen der öffentlichen Meinung kann sich auch die Nesawissimaja Gaseta vorstellen.

Gratwanderung

Russlands Haltung in der Irakfrage war nach Einschätzung von Beobachtern immer eine Gratwanderung: Einerseits wolle es sein Gesicht in der arabischen Welt und vor allem die großen wirtschaftlichen Interessen im Irak wahren. Andererseits wolle man keine Verstimmung mit den USA, da der Westkurs allein schon für Putins politisches Überleben unumkehrbar sei und man sich zweitens seine wirtschaftlichen Möglichkeiten auch in einem Post-Saddam-Irak sichern wolle.