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Österreichs Team für den Super G: Hannes Reichelt, Christoph Gruber, Hermann Maier, Trainer Toni Giger und Stephan Eberharter (von li)

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St. Moritz - Am Sonntag steigt er zwar in St. Moritz als Favorit in den WM-Super-G der Herren (12.30 Uhr/live ORF 1), doch Hermann Maier ist nicht nur seiner kurzen Rennpraxis nach dem Comeback wegen noch lange nicht der Alte. Heini Bergmüller, der Leiter des Trainingszentrums in Obertauern, führte Maier auch mithilfe eines neuen, von einem griechischen Quantenphysiker entwickelten Ionentherapiegerätes von der Rekonvaleszenz zur Sportfähigkeit. Die relativ lange, fast gänzlich trainingsfreie Zeit im Herbst des Vorjahres verschaffte Maier einerseits die Muße, den Heilungsstress zu vergessen und sich dem Pilotenschein für den Hubschrauber zu widmen. "Das hat ihm sehr gut getan", sagt Bergmüller. Andererseits führte das zu einer kleinen Verschlechterung seiner Trainingswerte, allerdings im tolerablen Bereich. Bergmüller: "In der Grundlagenausdauer ist er immer noch allen überlegen, zur Kraft kann man nichts Genaues sagen."

Hoffnung heilt

Ein derart gut ausgebildeter Körper wie der von Maier sei in der Lage, sehr schnell die Trainingsroutine wieder aufzunehmen. Bergmüller: "Das Wichtigste war, dass wir nie die Hoffnung aufgegeben haben." Übrigens geben in der Zwischenzeit auch Maiers Ärzte zu, dass die Hoffnung, Maier könne bei den Olympischen Winterspielen 2002 antreten, vom medizinischen Gesichtspunkt aus völlig unrealistisch war. Es sei aber für den weiteren Heilungsverlauf von entscheidender Bedeutung gewesen, dass Maier sich an diese Hoffnung geklammert und die Therapie auch deswegen durchgezogen habe.

Zwei Tage hat er in dieser Woche Ruhe gegeben, am Mittwoch radelte er in Obertauern bereits wieder auf dem Ergometer, danach reiste er (auch via Abschlusstraining in Südtirol) nach St. Moritz. Am Freitagabend nahm er wieder seinen Platz im Skizirkus ein, die Verkündigung des Verbandes nannte sich bezeichnenderweise "Hermann Maier und ein Teil des österreichischen Teams". Maier wohnt wie der Rest der Mannschaft im Hotel Laudinella, dort befindet sich das Rennbüro, dort finden die täglichen Mannschaftsführersitzungen statt, dort herrscht jede Menge Trubel. Auch für den Fall der Dauerbelagerung durch Journalisten und TV-Teams hat der ÖSV einen Plan. "Notfalls stellen wir ein paar Bodyguards in die Hotelgänge, wenn es gar nicht anders geht, kann man ja auch umbuchen", so ÖSV-Alpindirektor Pum.

In Bussen aus Flachau kommen zum Super-G 200 Maier-Fans, die natürlich auch Maiers Kollegen Stephan Eberharter und Christoph Gruber sowie Hannes Reichelt anfeuern werden.

Bereits am Samstag findet die Eröffnung auf der Polowiese (18 Uhr/live ORF 1) statt, angeblich ohne Rösser, Österreichs Teilnehmern am Super-G wurde die Teilnahme freigestellt, Michaela Dorfmeister trägt die Fahne.

Die ÖSV-Damen absolvierten am Donnerstag ein gutes Training auf dem Nassfeld und reisen am Freitag nach St. Moritz. Für den Super-G am Montag stehen Michaela Dorfmeister, Renate Götschl, Alexandra Meissnitzer und Gitti Obermoser als Fixstarterinnen fest. (ag, josko)

(DER STANDARD, PRINTAUSGABE 1./2. 2. 2003)