Der Abstieg in die Vorhölle (Descent into Limbo) ist mit guten Preisen gepflastert. Nämlich mit rund 29 Millionen Dollar. So viel zahlte ein Privatsammler für das Spitzenwerk des Renaissance-Malers Andrea Mantegna im Rahmen der in der Vorwoche abgehaltenen Altmeister-Auktionen in New York. Die Summe blieb damit im oberen Bereich des Schätzwertes, trotzdem beachtlich. Für Sotheby's sah die komplette Auktion nicht so schlecht aus, mit insgesamt 48 Millionen Dollar inklusive. Christie's setzte nur etwas mehr als die Hälfte seiner Lose ab, wobei die Hitliste ein Stillleben Goyas anführte (5 Mio. Dollar, Schätzwert 2-3 Mio. Dollar). Experte Anthony Crichton-Stuart spricht von Markt, der "mehr als je zuvor auf Marktfrische und hohe Qualität" fokussiert sei.

Ein Bild von Sotheby's, das aus dem Kunsthistorischen Museum Wien restituierte, im Rahmen der Mauerbach-Auktion von Christie's versteigerte Porträt eines Gentlemen von Frans Hals, kehrt wieder nach Wien zurück (DER STANDARD berichtete). Es wird ab 2004 eines der Glanzstücke der dann öffentlich gemachten Fürstlichen Sammlung von Liechtenstein sein. Die gute Vorab-PR für das Museum kostete 2,9 Millionen Dollar. Vom (österreichischen) Rubens-Erfolg des Vorjahres verwöhnt, probierte man bei Sotheby's das nochmals aus. Doch das - dennoch nicht mit dem Massaker-Bild vergleichbare - Gemälde der Heiligen Familie mit dem Johannesknaben blieb unverkauft. In der Top-Ten-Liste befand sich, selten wie nie, auch eine alte Meisterin: Elisabeth Louise Vigee Le Brun, deren Porträt der Gräfin Kageneck fast 800.000 Dollar (inklusive) einspielte. (Doris Krumpl, DER STANDARD, ALBUM, Printausgabe vom 1./2.2.2003)