Wien - Keine Linderung der Geldnöte ist beim Forschungsförderungsfonds der gewerblichen Wirtschaft (FF) 2003 in Sicht. Neben einer aus dem Vorjahr mitgebrachten Deckungslücke von 37 Millionen Euro fehlen laut FFF-Geschäftsführer Günther Kahler rund 35 Millionen Euro, um den Bedarf an Forschungsunterstützung für heimische Unternehmen auch nur annähernd stillen zu können.

Der Fehlbetrag sei aber nur dank Vorgriffen auf 2004, die das Infrastrukturministerium bereits mündlich erlaubt habe, und Darlehensrückflüssen so "gering". Die ursprünglich angemeldeten 182 Millionen Euro Budget seien sowieso in weite Ferne gerückt, denn das Basisbudget wurde von Minister Mathias Reichhold von ursprünglich 56 auf nunmehr 35 Mio. € zusammengestrichen. Aus Nationalbank und EU-Förderungen kommen rund 45 Mio. €, die Differenz fehlt.

Die FFF-Führung gibt die Hoffnung auf mehr Mittel dennoch nicht auf, denn sie hat vor zwei Tagen Förderungen, Darlehen und Haftungen im Volumen von rund 30 Mio. € vergeben. "Ab April sieht es allerdings traurig aus", gesteht Kahler. Heißt auf gut Deutsch: Dann sitzt man im Trockenen und muss Antragsteller auf später vertrösten. Dasselbe spielte sich auch im Vorjahr ab, wo 73 förderungswürdige Projekte leer ausgingen, weil 37 Millionen fehlten. Einzige Hoffnung nun sind jene 100 Millionen Euro, die noch im Vorjahr im Rahmen des Konjunkturpakets zugesichert wurden, bis heute aber nicht geflossen sind.

Insgesamt liest sich das Jahr 2002 aber wesentlich besser als 2001: Die Gesamtfördersumme stieg um 8,7 Prozent auf 247 Mio. € (siehe Grafik). Im "dunklen" Jahr 2001 war diese gegenüber 2000 um 12,3 Prozent zurückgegangen.

Der im ÖVP-Vorschlag für eine Reform der Innovationsförderung vorgeschlagene Zusammenlegung des FFF mit dem Wissenschaftsfonds FWF kann FFF-Präsident Günther Krippner nichts abgewinnen. Die beiden hätten kaum Parallelstrukturen aufgebaut, daher seien eher geringe Synergien zu erwarten. Er behaupte aber nicht, dass es im ständig wachsenden FFF keinen Verbesserungsbedarf gebe. Details dürfte der Rechnungshof demnächst vorlegen, der die beiden Fonds derzeit prüft. Ehe man reformiert, sollte auch die Evaluierung der Fonds, die erst im März beginnen soll, abgewartet werden, meinte Krippner.

Als "revolutionär und mutig" begrüßte Industrie-General Lorenz Fritz indes das geplante neue Förderdach. Die vorgesehene Bündelung diverser Einrichtungen sollte unbedingt bis Ende 2003 umgesetzt werden. (ung/DER STANDARD Print-Ausgabe, 1.2.2003)